Trübstoff Filteranlagen

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Trübstoff Filteranlagen

Trübstoff-Filteranlagen für Brunnenwasser

Trübstoff-Filteranlagen werden eingesetzt, wenn Brunnenwasser sichtbar trüb ist oder Schwebstoffe, Sand, Rostpartikel, biologische Masse oder andere ungelöste Partikel enthält. Eine passende Filtration schützt nachgeschaltete Wasseraufbereitungsanlagen und verbessert die Betriebssicherheit der gesamten Installation.

In dieser Kategorie finden Sie Trübstoff-Filteranlagen auf Basis von Kiesfiltration sowie passende weiterführende Kategorien wie Kiesfilteranlagen, Schnellfilter und Zubehör für Filteranlagen. Für Brunnenwasser mit mehreren Belastungen ist die Kategorie Brunnenwasser filtern der passende Einstieg.

 

Trübstoffe im Brunnenwasser richtig entfernen

Was Trübstoffe im Brunnenwasser sind

Trübstoffe sind ungelöste Bestandteile im Wasser. Dazu gehören Sand, Schlamm, Rostpartikel, feine Schwebstoffe, ausgefallene Mineralien, organische Bestandteile oder biologische Masse. Je nach Brunnen, Bodenaufbau und Betriebsweise können diese Stoffe dauerhaft oder nur zeitweise auftreten.

Trübes Wasser ist nicht nur optisch störend. Partikel können Armaturen, Ventile, Pumpen, Bewässerungssysteme, Haushaltsgeräte und nachgeschaltete Aufbereitungsanlagen belasten. Besonders empfindlich reagieren Membrananlagen, UV-Anlagen, Dosiertechnik und feine Filterstufen.

Kiesfilter als mechanische Trübstofffiltration

Kiesfilteranlagen arbeiten mechanisch. Das Wasser durchströmt ein Filterbett aus geeigneten Filtermaterialien. Dabei werden Schwebstoffe und Partikel im Filterbett zurückgehalten. Die Filtration erfolgt ohne chemische Regeneration und ohne Zugabe von Dosiermitteln.

Der Vorteil liegt in der robusten Verfahrensweise. Ein richtig ausgelegter Kiesfilter kann größere Wassermengen über längere Zeit filtrieren und durch regelmäßige Rückspülung wieder gereinigt werden. Entscheidend sind Filtergeschwindigkeit, Filtermaterial, Schichtung, Tankgröße und Rückspülleistung.

Wann ein Trübstofffilter sinnvoll ist

Trübstofffilter
 

Ein Trübstofffilter ist sinnvoll, wenn ungelöste Stoffe im Brunnenwasser vorhanden sind oder wenn nachgeschaltete Anlagen vor Partikeln geschützt werden müssen. Das betrifft zum Beispiel Brunnenwasser vor Enteisenung, Entmanganung, UV-Desinfektion, Umkehrosmose, Nanofiltration, Dosierung oder technischer Nutzung.

Die Filtration sollte möglichst vor empfindlichen Anlagenkomponenten erfolgen. Je nach Wasserqualität kann ein Kiesfilter als erste Stufe eingesetzt werden, bevor weitere Verfahren wie Eisen- und Manganfilter, pH-Wert-Anhebung oder UV-Anlagen für Brunnenwasser folgen.

Trübung, NTU-Wert und Wasserqualität

Die Trübung wird häufig in NTU angegeben. Je niedriger der NTU-Wert, desto klarer ist das Wasser. Auf der Seite wird ein Bereich von unter 0,1 bis 0,2 NTU als idealer Zielbereich genannt.

Der NTU-Wert allein erklärt jedoch nicht, woraus die Trübung besteht. Eine Trübung kann mineralisch, organisch, biologisch oder durch ausgefallenes Eisen verursacht sein. Deshalb sollte bei Brunnenwasser nicht nur die sichtbare Trübung, sondern die vollständige Wasseranalyse betrachtet werden.

Unterschied zwischen Trübstoffen und gelösten Stoffen

Trübstoff-Filteranlagen entfernen ungelöste Partikel. Gelöste Stoffe werden durch einen Kiesfilter nicht gezielt entfernt. Das betrifft zum Beispiel gelöstes Eisen, gelöstes Mangan, Nitrat, Ammonium, Härtebildner, Salze oder viele organische Wasserinhaltsstoffe.

Wenn Brunnenwasser klar aus der Leitung kommt und erst nach einiger Zeit durch Luftkontakt braun oder trüb wird, spricht das häufig für oxidierendes Eisen. In solchen Fällen reicht ein reiner Trübstofffilter nicht automatisch aus. Dann muss geprüft werden, ob eine gezielte Enteisenung und Entmanganung erforderlich ist.

Eisen und Mangan bei Trübstofffiltration

Kiesfilter können je nach Betriebsbedingungen auch einen Teil von Eisen und Mangan zurückhalten, wenn diese Stoffe bereits oxidiert und als Partikel vorhanden sind. Nach längerer Einfahrphase kann sich die Wirkung bei passenden Bedingungen verbessern.

Das ist jedoch nicht gleichzusetzen mit einer zuverlässig ausgelegten Eisen- und Manganentfernung. Gelöstes Eisen und gelöstes Mangan werden nur dann entfernt, wenn Oxidation, pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Kontaktzeit und Filtration zusammenpassen. Für eine gezielte Enteisenung und Entmanganung sind häufig Greensand-, BIRM- oder Ecomix-Anlagen zu prüfen.

Vorfiltration vor UV-Anlagen

Vor einer UV-Anlage ist klares Wasser besonders wichtig. Trübstoffe, Schwebstoffe, Eisen- oder Manganpartikel können Mikroorganismen vor der UV-Strahlung abschirmen und die Desinfektionsleistung verschlechtern.

Wenn Keime im Brunnenwasser nachgewiesen sind, wird eine UV-Anlage in der Regel nach der Filtration und nach den eigentlichen Aufbereitungsstufen eingebaut. Die Trübstofffiltration ist dann eine wichtige Vorstufe, aber keine Desinfektion. Eine UV-Anlage tötet bzw. inaktiviert Keime, entfernt sie jedoch nicht mechanisch aus dem Wasser.

Rückspülung und Filterbetrieb

Trübstoff-Filteranlagen müssen regelmäßig rückgespült werden. Bei der Rückspülung wird das Filterbett aufgelockert und die zurückgehaltenen Partikel werden in den Ablauf ausgespült. Nur so bleibt die Filterleistung langfristig erhalten.

Die Rückspülleistung ist höher als der normale Nenndurchfluss der Anlage. Deshalb muss geprüft werden, ob die Brunnenpumpe die erforderliche Wassermenge für die Rückspülung liefern kann. Eine längere Rückspülzeit mit zu geringer Wassermenge ersetzt keine ausreichende Rückspülleistung.

Schnellfilter bei höheren Durchflussmengen

Schnellfilter sind eine Variante der mechanischen Filtration für höhere Durchflussleistungen. Sie werden häufig in Pooltechnik, Kühlwasser, Prozesswasser oder industriellen Anwendungen eingesetzt, wenn größere Wassermengen filtriert werden müssen.

Bei Brunnenwasser im privaten Bereich sind klassische Kiesfilteranlagen häufig naheliegender. Ob ein Schnellfilter sinnvoll ist, hängt von Durchfluss, Trübstofffracht, Filtergeschwindigkeit, Rückspülleistung und Anwendung ab.

Grenzen der Trübstofffiltration

Eine Trübstoff-Filteranlage ist keine vollständige Brunnenwasseraufbereitung. Sie entfernt Partikel und Schwebstoffe, aber keine gelösten Salze, keine Härte, kein Nitrat und kein Ammonium. Auch gelöstes Eisen und gelöstes Mangan werden nicht automatisch zuverlässig entfernt.

Wenn das Wasser zusätzlich mikrobiologisch belastet ist, organische Stoffe enthält, sauer ist oder erhöhte Eisen-, Mangan-, Nitrat- oder Ammoniumwerte aufweist, müssen weitere Aufbereitungsstufen geprüft werden. Die Trübstofffiltration ist dann eine Vorstufe, nicht die alleinige Lösung.

Angaben für die Auslegung

Für die Auswahl einer passenden Trübstoff-Filteranlage sind folgende Angaben hilfreich:

  • vollständige Wasseranalyse
  • Trübungswert bzw. NTU-Wert
  • sichtbare Trübung, Sand, Schlamm oder Schwebstoffe
  • Eisen- und Manganwert
  • pH-Wert
  • organische Belastung und Keime
  • Nutzung als Trinkwasser, Brauchwasser, Gartenwasser oder Prozesswasser
  • gewünschter maximaler Durchfluss
  • Tagesmenge und Verbrauchsspitzen
  • vorhandene Brunnenpumpe bzw. Pumpenleistung
  • vorhandener Abwasseranschluss für Rückspülwasser
  • nachgeschaltete Anlagen wie UV, Enteisenung, Enthärtung oder Umkehrosmose
  • Platzverhältnisse am Aufstellort

Ohne Pumpenleistung lässt sich nicht sicher prüfen, ob die Rückspülung der Filteranlage funktioniert. Ohne Wasseranalyse lässt sich nicht beurteilen, ob Trübstofffiltration allein ausreicht oder ob weitere Verfahren notwendig sind.
 

Häufige Fragen zu Trübstoff-Filteranlagen

Brunnenwasseraufbereitung

Was entfernt eine Trübstoff-Filteranlage?

Eine Trübstoff-Filteranlage entfernt ungelöste Partikel wie Sand, Schwebstoffe, Rostpartikel, Schlamm, ausgefallene Mineralien oder biologische Masse. Gelöste Stoffe werden dadurch nicht gezielt entfernt.

Wann brauche ich einen Trübstofffilter für Brunnenwasser?

Ein Trübstofffilter ist sinnvoll, wenn Brunnenwasser sichtbar trüb ist, Partikel enthält oder nachgeschaltete Anlagen vor Schwebstoffen geschützt werden müssen. Besonders vor UV-Anlagen, Membrananlagen und feinen Filterstufen ist eine passende Vorfiltration wichtig.

Was ist der Unterschied zwischen Kiesfilter und Feinfilter?

Ein Kiesfilter ist eine rückspülbare Filteranlage mit Filterbett und eignet sich für größere Wassermengen und höhere Schmutzfrachten. Ein Feinfilter oder eine Filterkerze ist meist eine kleinere Einweg- oder Wechselfilterstufe und kann bei hoher Partikelfracht schneller verblocken.

Entfernt ein Kiesfilter Eisen und Mangan?

Nur eingeschränkt. Ein Kiesfilter kann Eisen und Mangan zurückhalten, wenn diese bereits oxidiert und als Partikel vorhanden sind. Gelöstes Eisen und gelöstes Mangan werden nicht zuverlässig entfernt. Dafür sind je nach Wasseranalyse spezielle Eisen- und Manganfilter erforderlich.

Warum wird Brunnenwasser manchmal erst nach einiger Zeit trüb?

Wenn Wasser zunächst klar ist und später braun oder trüb wird, kann gelöstes Eisen durch Luftkontakt oxidieren und ausfallen. Dann liegt das Eisen zunächst nicht als Partikel vor. Ein reiner Trübstofffilter ist in solchen Fällen nicht automatisch ausreichend.

Welche Rolle spielt der NTU-Wert?

Der NTU-Wert beschreibt die Trübung des Wassers. Je niedriger der Wert, desto klarer ist das Wasser. Für die technische Auslegung ist aber zusätzlich wichtig, wodurch die Trübung verursacht wird.

Muss eine Trübstoff-Filteranlage rückgespült werden?

Ja, rückspülbare Trübstoff-Filteranlagen müssen regelmäßig rückgespült werden. Dabei wird das Filterbett gereinigt und die zurückgehaltenen Partikel werden ausgespült.

Warum ist die Pumpenleistung wichtig?

Die Rückspülung benötigt mehr Wasser als der normale Betrieb. Die Brunnenpumpe muss diese Rückspülmenge zuverlässig liefern können. Ist die Rückspülleistung zu gering, wird das Filterbett nicht richtig gereinigt.

Reicht ein Trübstofffilter vor einer UV-Anlage?

Ein Trübstofffilter kann eine wichtige Vorstufe vor einer UV-Anlage sein, ersetzt aber keine UV-Desinfektion. Wenn Keime nachgewiesen sind, muss die UV-Anlage passend zur Wasserqualität und zum Durchfluss ausgelegt werden.

Welche Angaben werden für eine Empfehlung benötigt?

Benötigt werden Wasseranalyse, Trübungswert, sichtbare Partikel, Eisen- und Manganwerte, pH-Wert, Nutzung, Durchfluss, Tagesmenge, Pumpenleistung, Abwasseranschluss und Angaben zu nachgeschalteten Anlagen.