Brunennwasseraufbereitung mit BIRM
BIRM-Filter zur Enteisenung und Entmanganung
BIRM-Filteranlagen werden zur Reduzierung von gelöstem Eisen und Mangan aus Brunnenwasser und Prozesswasser eingesetzt. Das Filtermaterial wirkt katalytisch und unterstützt die Oxidation von Eisen und Mangan, ohne dass chemische Regeneriermittel benötigt werden.
In dieser Kategorie finden Sie BIRM-Filteranlagen mit zeitgesteuerter Rückspülung, passendes BIRM-Filtermaterial, Eisen- und Mangan-Messbestecke sowie Montagezubehör. Wichtig ist: BIRM funktioniert nur zuverlässig, wenn Rohwasserqualität, pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Rückspülleistung und Betriebsbedingungen passen.
Enteisenung und Entmanganung mit BIRM
Wie BIRM-Filtermaterial arbeitet
BIRM ist ein katalytisches Filtermaterial. Es unterstützt die Reaktion zwischen gelöstem Sauerstoff im Wasser und gelöstem Eisen oder Mangan. Dabei werden Eisen- und Manganverbindungen oxidiert, fallen als Feststoffe aus und werden im Filterbett zurückgehalten.
Das BIRM-Material wird dabei nicht wie ein Ionenaustauscher regeneriert und auch nicht mit Salz oder Oxidationschemikalien betrieben. Die Reinigung erfolgt durch regelmäßige Rückspülung. Dabei wird das Filterbett aufgelockert und die zurückgehaltenen Eisen- und Manganablagerungen werden ausgespült.
Voraussetzungen für den Einsatz
BIRM ist wirtschaftlich und wartungsarm, wenn die Rohwasserbedingungen passen. Entscheidend ist vor allem, dass genügend gelöster Sauerstoff im Wasser vorhanden ist. Ohne ausreichenden Sauerstoff kann gelöstes Eisen nicht zuverlässig oxidiert und anschließend filtriert werden.
Für die Eisenentfernung sollte der pH-Wert in der Regel mindestens bei 6,8 liegen. Für eine Manganentfernung sind meist höhere pH-Werte erforderlich, häufig im Bereich von etwa 8,0 bis 9,0. Wenn Eisen und Mangan gemeinsam entfernt werden sollen, muss die pH-Einstellung besonders sorgfältig bewertet werden, da zu hohe pH-Werte die Entstehung schwer filtrierbarer Eisenformen begünstigen können.
Zusätzlich sollte das Wasser keine störenden Stoffe enthalten, die das Filtermaterial oder die Oxidation beeinträchtigen. Kritisch sind unter anderem Öl, Schwefelwasserstoff, Chlorverbindungen und erhöhte organische Belastungen.
BIRM bei Brunnenwasser
Bei Brunnenwasser ist BIRM vor allem dann interessant, wenn Eisen und Mangan reduziert werden sollen und das Wasser bereits ausreichend geeignete Bedingungen mitbringt. In vielen Fällen ist Brunnenwasser zunächst klar und verfärbt sich erst nach Luftkontakt gelblich, braun oder trüb. Das zeigt, dass gelöstes Eisen durch Oxidation ausfallen kann.
Trotzdem ist BIRM nicht pauschal für jedes eisenhaltige Brunnenwasser geeignet. Wenn der Sauerstoffgehalt zu niedrig ist, der pH-Wert ungünstig liegt, Ammonium erhöht ist, organische Belastungen vorhanden sind oder Eisen und Mangan sehr hoch sind, kann das Ergebnis unsicher sein. Für die allgemeine Auswahl bei Brunnenwasser ist die Kategorie Brunnenwasser filtern der passende Einstieg.
Keine chemische Regeneration
Ein wesentlicher Vorteil von BIRM ist, dass keine chemische Regeneration erforderlich ist. Es werden weder Regeneriersalz noch Kaliumpermanganat zur Standardregeneration benötigt. Dadurch entstehen im laufenden Betrieb keine entsprechenden Chemikalienverbräuche.
Die Anlage benötigt jedoch eine zuverlässige Rückspülung. Die Rückspülung ist nicht optional, sondern notwendig, um das Filterbett zu reinigen und abgelagerte Eisen- und Manganpartikel auszutragen. Die Pumpe oder Wasserversorgung muss die erforderliche Rückspülleistung sicher bereitstellen können.
Grenzen von BIRM
BIRM erzeugt selbst keine Oxidation, sondern unterstützt die vorhandene Oxidationsreaktion. Wenn im Wasser nicht genügend gelöster Sauerstoff vorhanden ist, kann gelöstes Eisen oder Mangan nicht zuverlässig ausgefällt werden. In solchen Fällen ist die Wirkung nicht sicher vorhersagbar.
Wir bieten eine Luft- oder Sauerstoffdosierung für private Brunnenwasseranlagen aufgrund unserer Praxiserfahrung nicht als Standardlösung an. Solche Systeme können einen hohen Wartungsaufwand verursachen. Zusätzlich besteht ein erhöhtes Verkeimungsrisiko, da Luft in das Wasser eingebracht wird. Eisen und Mangan können bereits ab der Luftdosierung ausfallen und sich dadurch in Rohrleitungen, Armaturen und Zentralsteuerventilen ablagern, bevor das Wasser das Filtermaterial erreicht.
Bei GFK-Drucktanks mit Zentralsteuerventil ist außerdem keine saubere Entlüftung über das Zentralsteuerventil sinnvoll realisierbar. Die Anlagen werden im Betrieb von oben nach unten durchströmt; eine definierte Entlüftung lässt sich dabei nicht wie bei industriellen Behälterlösungen umsetzen. Auch die Vermischung von Luft und Wasser ist in einfachen Anlagen oft unzureichend. In industriellen Anwendungen werden hierfür statische Mischer oder geeignete Misch- und Kontaktstrecken eingesetzt.
Abgrenzung zu Greensand und Ecomix
Wenn Eisen und Mangan zuverlässig und gezielt entfernt werden sollen, ist häufig eine Greensand-Filteranlage die passendere Lösung. Greensand arbeitet mit Oxidationsmittel. Die Oxidation und Abscheidung findet gezielt auf dem Filtermaterial statt. Das macht den Betrieb kontrollierbarer, besonders wenn Rohwasserwerte schwanken oder der Sauerstoffgehalt nicht sicher ausreicht.
Ecomix-Filteranlagen sind eine andere Lösung. Sie können neben Eisen und Mangan auch Härte, Ammonium und bestimmte organische Belastungen reduzieren. Ecomix erzeugt jedoch praktisch 0 °dH und kann bei Eisen- oder Manganbelastung nicht sinnvoll verschnitten werden, weil über den Verschnitt wieder Rohwasser mit Eisen und Mangan zugemischt würde.
BIRM ist deshalb vor allem dann interessant, wenn Eisen und Mangan unter passenden Rohwasserbedingungen ohne Salz- oder Chemikalienregeneration reduziert werden sollen.
BIRM als Versuchslösung bei einfachen Anwendungen
Bei Gartenwasser oder Brauchwasser kann BIRM eine wirtschaftliche Möglichkeit sein, wenn das Ziel eine deutliche Reduzierung von Eisen und Mangan ist und keine Trinkwasserqualität gefordert wird. Gerade bei hohen Eisenwerten oder unbekanntem Sauerstoffgehalt sollte jedoch nicht versprochen werden, dass Eisen und Mangan vollständig entfernt werden.
Wenn das Wasser stark eisenhaltig ist, Keime nachgewiesen sind oder Trinkwasserqualität erreicht werden soll, muss die Aufbereitung anders bewertet werden. In solchen Fällen sind meist eine vollständige Wasseranalyse und ein gezielteres Verfahren erforderlich.
Messung und Betriebskontrolle
Für den Betrieb einer BIRM-Anlage sollten Eisen und Mangan regelmäßig kontrolliert werden. Messbestecke eignen sich zur schnellen Betriebskontrolle und zeigen, ob die Anlage weiterhin im gewünschten Bereich arbeitet.
Bei Brunnenwasser ersetzen Messbestecke keine vollständige Wasseranalyse. Besonders bei Trinkwasseranwendungen oder schwankenden Wasserwerten sollten pH-Wert, Sauerstoff, Eisen, Mangan, Ammonium, Nitrat, Nitrit, Trübung, organische Belastung und Keime fachgerecht bewertet werden.
Angaben für die Auslegung
Für eine belastbare Auswahl einer BIRM-Filteranlage sind folgende Angaben erforderlich:
- vollständige Wasseranalyse
- Nutzung als Trinkwasser, Brauchwasser, Gartenwasser oder Prozesswasser
- Eisen- und Manganwert
- pH-Wert
- Sauerstoffgehalt, sofern vorhanden
- Ammonium, Nitrat, Nitrit und Trübung
- organische Belastung, Öl, Schwefelwasserstoff oder Chlorverbindungen
- gewünschter maximaler Durchfluss
- Tagesmenge und Verbrauchsspitzen
- vorhandene Pumpe bzw. Rückspülleistung
- Abwasseranschluss für die Rückspülung
- Platzverhältnisse am Aufstellort
- gewünschte Wasserqualität nach der Aufbereitung
Wichtig ist besonders die Rückspülleistung. Rückspülende Filteranlagen benötigen für die Rückspülung mehr Wasser als im normalen Betrieb. Die Pumpe oder Wasserversorgung muss diese Rückspülmenge zuverlässig bereitstellen.
Häufige Fragen zu BIRM-Filteranlagen
Was entfernt eine BIRM-Filteranlage?
Eine BIRM-Filteranlage kann gelöstes Eisen und Mangan reduzieren, wenn die Rohwasserbedingungen passen. Entscheidend sind vor allem pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Belastung, Durchfluss und Rückspülung.
Wie funktioniert BIRM?
BIRM wirkt als katalytisches Filtermaterial. Es unterstützt die Oxidation von gelöstem Eisen und Mangan mit dem im Wasser vorhandenen Sauerstoff. Die entstehenden Feststoffe werden im Filterbett zurückgehalten und bei der Rückspülung ausgespült.
Benötigt BIRM Chemikalien zur Regeneration?
Nein. BIRM benötigt keine chemische Regeneration mit Salz oder Kaliumpermanganat. Die Reinigung erfolgt durch regelmäßige Rückspülung mit Wasser.
Welche Voraussetzungen braucht BIRM?
Das Wasser benötigt ausreichend gelösten Sauerstoff und einen passenden pH-Wert. Für Eisen sollte der pH-Wert in der Regel mindestens bei 6,8 liegen. Für Mangan sind meist höhere pH-Werte erforderlich. Außerdem sollten keine störenden Stoffe wie Öl, Schwefelwasserstoff, Chlorverbindungen oder hohe organische Belastungen vorhanden sein.
Kann BIRM Eisen vollständig entfernen?
Das hängt von Rohwasserqualität und Betriebsbedingungen ab. Wenn Sauerstoff, pH-Wert, Belastung und Rückspülung passen, kann BIRM Eisen deutlich reduzieren. Ohne ausreichende Oxidation ist eine vollständige Entfernung nicht sicher vorherzusagen.
Kann BIRM Mangan entfernen?
Ja, BIRM kann auch Mangan reduzieren. Dafür sind jedoch meist höhere pH-Werte erforderlich als bei Eisen. Bei gleichzeitiger Eisen- und Manganbelastung muss die Wasserchemie sorgfältig geprüft werden.
Ist BIRM für Brunnenwasser geeignet?
Ja, BIRM kann für Brunnenwasser geeignet sein, wenn die Wasserwerte passen. Bei unbekanntem Sauerstoffgehalt, ungünstigem pH-Wert, hohem Eisen- oder Manganwert, Ammonium, Keimen oder organischer Belastung sollte die Eignung kritisch geprüft werden.
Warum bieten Sie keine Luftoxidation als Standardlösung im Privatbereich an?
Bei Luft- oder Sauerstoffdosierung können Eisen und Mangan bereits vor dem Filtermaterial ausfallen. Dadurch können Ablagerungen in Rohrleitungen, Armaturen und Zentralsteuerventilen entstehen. Zusätzlich bestehen Verkeimungsrisiken, Entlüftungsprobleme bei GFK-Drucktanks mit Zentralsteuerventil und häufig ein hoher Wartungsaufwand. Deshalb bieten wir diese Verfahrensweise im privaten Bereich nicht als Standardlösung an.
Was ist der Unterschied zwischen BIRM und Greensand?
BIRM benötigt passende Rohwasserbedingungen und ausreichend Sauerstoff im Wasser. Es arbeitet ohne chemische Regeneration. Greensand arbeitet mit Oxidationsmittel und oxidiert Eisen und Mangan gezielt am Filtermaterial. Wenn Sauerstoffgehalt oder Wasserwerte unsicher sind, ist Greensand häufig die kontrollierbarere Lösung.
Was ist der Unterschied zwischen BIRM und Ecomix?
BIRM dient vor allem der Reduzierung von Eisen und Mangan ohne Salzregeneration. Ecomix behandelt zusätzlich Härte, Ammonium und bestimmte organische Belastungen, erzeugt aber praktisch 0 °dH und ist bei Eisen- oder Manganbelastung nicht sinnvoll zu verschneiden.
Ist BIRM für Gartenwasser geeignet?
BIRM kann für Gartenwasser sinnvoll sein, wenn vor allem Eisenverfärbungen reduziert werden sollen und keine Trinkwasserqualität gefordert ist. Bei sehr hohen Eisenwerten oder Keimbelastung sollte die Anlage jedoch nicht als sichere Lösung für vollständige Aufbereitung verstanden werden.
Benötigt eine BIRM-Anlage einen Abwasseranschluss?
Ja. Für die Rückspülung muss Spülwasser abgeführt werden. Deshalb ist ein geeigneter Abwasseranschluss erforderlich.
Was muss regelmäßig kontrolliert werden?
Eisen und Mangan sollten regelmäßig kontrolliert werden. Zusätzlich sind pH-Wert, Rückspülung und bei Brunnenwasser auch weitere Wasserwerte wichtig, damit die Anlage dauerhaft zuverlässig arbeitet.
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