Antiscalant Produkte für Membrananlagen
Antiscalant für Umkehrosmoseanlagen und Nanofiltrationsanlagen
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Antiscalant richtig auswählen und dosieren
Wofür Antiscalant eingesetzt wird
Antiscalant wird als Vorbehandlung vor Membrananlagen eingesetzt. Es soll verhindern, dass gelöste Salze bei der Aufkonzentrierung im Konzentrat ausfallen und harte Beläge auf der Membranoberfläche bilden.
Solche Ablagerungen werden als Scaling bezeichnet. Scaling kann Permeatleistung, Salzrückhaltung, Differenzdruck und Energieverbrauch einer Membrananlage negativ beeinflussen. Wird Scaling nicht kontrolliert, können häufigere Reinigungen, kürzere Membranstandzeiten und Betriebsstörungen die Folge sein.
Wirkungsweise von Antiscalant
Antiscalant wirkt als Komplexbinder, Härtestabilisator und Dispergator. Der sogenannte Threshold-Effekt hemmt den Kristallaufbau, obwohl die Löslichkeitsgrenze bestimmter Salze im Konzentrat überschritten werden kann.
Statt fester, harter Inkrustierungen entstehen je nach Wasserchemie feinere, lockere Strukturen, die in Schwebe gehalten und mit dem Konzentrat ausgetragen werden können. Dadurch bleiben Membranoberflächen länger frei von mineralischen Ablagerungen.
Typische Ablagerungen in Membrananlagen
In Umkehrosmose- und Nanofiltrationsanlagen können unterschiedliche mineralische Ablagerungen entstehen. Häufig relevant sind Calciumcarbonat, Calciumsulfat, Bariumsulfat, Strontiumsulfat, Siliciumdioxid und weitere schwer lösliche Verbindungen.
Welche Ablagerung kritisch ist, hängt von der Rohwasseranalyse, Ausbeute, Temperatur, pH-Wert, Leitfähigkeit und Anlagenfahrweise ab. Deshalb sollte das Antiscalant nicht pauschal ausgewählt werden, sondern passend zur Wasseranalyse und zur Membrananlage.
Dosiermenge und Dosierstelle
Auf der Seite werden typische Dosiermengen von 2–5 ppm genannt. Die tatsächliche Dosiermenge hängt vom Antiscalant-Typ, der Rohwasseranalyse, der Ausbeute, dem Scaling-Risiko und der Anlagenleistung ab.
Das Antiscalant wird vor dem Feinfilter direkt in den Zulauf der Membrananlage dosiert. Dadurch kann sich das Dosiermittel vor Eintritt in die Membranstufe ausreichend mit dem Rohwasser vermischen. Die Dosierung muss mit dem Anlagenbetrieb gekoppelt sein, damit nur dosiert wird, wenn die Membrananlage tatsächlich in Betrieb ist.
Antiscalant-Dosierung als Alternative zur Enthärtung
Antiscalant kann je nach Rohwasserqualität und Anwendung eine Alternative zu einer vorgeschalteten Enthärtungsanlage sein. Das ist besonders interessant, wenn Platz gespart werden soll oder wenn eine Membrananlage ohne zusätzliche Regeneration über Enthärtung betrieben werden soll.
Wichtig ist die Abgrenzung: Antiscalant entfernt keine Härtebildner aus dem Wasser. Calcium und Magnesium bleiben im Rohwasser und werden erst an der Membran zurückgehalten. Das Antiscalant stabilisiert diese Stoffe nur, damit sie im Konzentrat nicht als harte Ablagerungen ausfallen.
Grenzen von Antiscalant
Antiscalant schützt vor allem vor mineralischem Scaling. Es ersetzt keine vollständige Vorbehandlung gegen Trübstoffe, Eisen, Mangan, Öl, Biofilm, organische Belastung oder mikrobiologische Probleme. Diese Belastungen können Membranen weiterhin verschmutzen oder schädigen.
Auch bei sehr ungünstiger Wasseranalyse kann Antiscalant allein nicht ausreichen. Wenn die Ausbeute zu hoch gewählt wird oder kritische Stoffe stark aufkonzentriert werden, kann trotz Dosierung Scaling entstehen. Deshalb müssen Rohwasseranalyse, Ausbeute und Dosierprodukt zusammen bewertet werden.
Fouling und Scaling unterscheiden
Scaling beschreibt mineralische Ablagerungen durch Ausfällung schwer löslicher Salze. Fouling umfasst dagegen Verschmutzungen durch organische Stoffe, Mikroorganismen, Partikel, Kolloide oder Eisen- und Manganablagerungen.
Antiscalant kann je nach Produkt auch dispergierende Eigenschaften haben und bestimmte Ablagerungstendenzen reduzieren. Es ist aber kein Ersatz für geeignete Filtration, Aktivkohle, Enteisenung, Entmanganung, Desinfektion oder hygienisch geeigneten Anlagenbetrieb.
Auswahl nach Rohwasseranalyse
Für die Auswahl des passenden Antiscalants ist eine aktuelle Wasseranalyse erforderlich. Besonders relevant sind Gesamthärte, Calcium, Magnesium, Carbonathärte, pH-Wert, Leitfähigkeit, Sulfat, Barium, Strontium, Silikat, Fluorid, Eisen, Mangan, TOC, Temperatur und geplante Ausbeute.
Anhand dieser Daten kann geprüft werden, welches Antiscalant geeignet ist und welche Dosiermenge erforderlich wird. Ohne Wasseranalyse lässt sich nicht belastbar beurteilen, ob Antiscalant ausreicht oder ob zusätzlich Enthärtung, pH-Korrektur oder andere Vorbehandlung notwendig ist.
Antiscalant für Umkehrosmoseanlagen

In Umkehrosmoseanlagen wird Antiscalant häufig eingesetzt, um die Membranen vor mineralischen Ablagerungen zu schützen. Besonders bei Stadtwasser, Brunnenwasser oder Prozesswasser mit Härtebildnern kann eine Dosierung wirtschaftlich sinnvoll sein.
Die Dosierung muss zur Anlagenleistung, Ausbeute und Membrankonfiguration passen. Bei mehrstufigen Anlagen oder hohen Ausbeuten ist die Aufkonzentrierung im Konzentrat stärker. Dadurch steigen die Anforderungen an Antiscalant-Auswahl und Dosiergenauigkeit.
Antiscalant für Nanofiltrationsanlagen
Nanofiltrationsanlagen arbeiten selektiver als Umkehrosmoseanlagen und werden häufig zur Reduzierung von Härte, mehrwertigen Ionen oder größeren organischen Molekülen eingesetzt. Auch hier kann Scaling auftreten, wenn schwer lösliche Salze im Konzentrat ausfallen.
Die Antiscalant-Auswahl muss zur Nanofiltrationsmembran, Rohwasseranalyse, Ausbeute und gewünschten Teilentsalzung passen. Umkehrosmose und Nanofiltration sollten dabei nicht gleichgesetzt werden, da Rückhalteraten, Betriebsdruck und Aufkonzentrierung unterschiedlich sein können.
Gebinde, Lagerung und Verbrauch
Antiscalant-Produkte werden in unterschiedlichen Gebinden angeboten, zum Beispiel Kanister, Fass oder IBC. Die passende Gebindegröße hängt von Dosiermenge, Anlagenleistung, Betriebszeit, Lagerfähigkeit und vorhandener Dosiertechnik ab.
Bei größeren Anlagen kann ein Fass oder IBC wirtschaftlich sinnvoll sein. Bei kleineren Anlagen oder unregelmäßigem Betrieb ist ein Kanister oft praktikabler. Die Lagerung muss entsprechend Sicherheitsdatenblatt, Temperaturbereich und Werkstoffverträglichkeit erfolgen.
Dosiertechnik und Betriebssicherheit
Für eine zuverlässige Antiscalant-Dosierung wird eine passende Dosieranlage benötigt. Dazu gehören Dosierpumpe, Sauglanze, Impfventil, Dosierleitung, Chemikalienbehälter, Füllstandüberwachung und eine Freigabe über die Membrananlage.
Die Dosierpumpe sollte nicht dauerhaft unabhängig von der Membrananlage laufen. Wenn die Umkehrosmose oder Nanofiltration steht, darf normalerweise kein Antiscalant weiter in den Zulauf dosiert werden. Eine korrekte elektrische oder steuerungstechnische Kopplung ist deshalb wichtig.
Membranreinigung trotz Antiscalant
Antiscalant reduziert das Risiko von Scaling, macht Membranreinigung aber nicht grundsätzlich überflüssig. Wenn Permeatleistung sinkt, Differenzdruck steigt oder die Permeatqualität schlechter wird, sollte geprüft werden, ob Scaling, Fouling, Biofilm oder eine andere Ursache vorliegt.
Je nach Befund können passende Membranreiniger eingesetzt werden. Die Reinigungschemie muss zur Verschmutzungsart und zur Membranverträglichkeit passen. Eine falsche Reinigung kann wirkungslos sein oder die Membran zusätzlich belasten.
Angaben für die Auswahl
Für die Auswahl eines passenden Antiscalants und die Berechnung der Dosiermenge sind folgende Angaben hilfreich:
- aktuelle Rohwasseranalyse
- Verfahren: Umkehrosmose oder Nanofiltration
- Membrantyp und Hersteller
- Anlagenleistung und Permeatleistung
- geplante Ausbeute
- Konzentratmenge
- Betriebsdruck und Wassertemperatur
- pH-Wert und Leitfähigkeit
- Calcium, Magnesium, Carbonathärte und Gesamthärte
- Sulfat, Barium, Strontium, Silikat und Fluorid
- Eisen, Mangan, TOC, Trübung und organische Belastung
- vorhandene Vorbehandlung
- vorhandene Dosiertechnik
- gewünschte Gebindegröße: Kanister, Fass oder IBC
- Betriebszeiten und Jahresverbrauch
Ohne Wasseranalyse und Anlagendaten lässt sich die Dosierung nicht seriös festlegen. Bei bestehenden Anlagen helfen zusätzlich Betriebsdaten wie Differenzdruck, Permeatleitfähigkeit, Permeatleistung und Reinigungsintervalle.
Häufige Fragen zu Antiscalant
Wofür wird Antiscalant eingesetzt?
Antiscalant wird vor Umkehrosmose- und Nanofiltrationsanlagen dosiert, um mineralische Ablagerungen auf Membranen zu reduzieren. Es stabilisiert ausfällungsgefährdete Salze im Konzentrat und hilft, Scaling zu vermeiden.
Entfernt Antiscalant Härte aus dem Wasser?
Nein. Antiscalant entfernt keine Härtebildner. Calcium und Magnesium bleiben im Rohwasser und werden an der Membran zurückgehalten. Das Antiscalant verhindert nur, dass diese Stoffe im Konzentrat als harte Ablagerungen ausfallen.
Ist Antiscalant ein Ersatz für eine Enthärtungsanlage?
Je nach Rohwasser und Anwendung kann Antiscalant eine Alternative zur Enthärtung vor Membrananlagen sein. Bei Kesselspeisewasser, sehr niedriger Resthärteanforderung oder ungünstiger Wasseranalyse kann eine Enthärtungsanlage trotzdem erforderlich sein.
Welche Dosiermenge ist üblich?
Auf der Seite werden typische Dosiermengen von 2–5 ppm genannt. Die genaue Dosiermenge muss anhand von Wasseranalyse, Ausbeute, Membrantyp und Antiscalant-Produkt berechnet werden.
Wo wird Antiscalant dosiert?
Antiscalant wird vor dem Feinfilter direkt in den Zulauf der Membrananlage dosiert. Die Dosierung muss mit dem Betrieb der Umkehrosmose- oder Nanofiltrationsanlage gekoppelt sein.
Gegen welche Ablagerungen wirkt Antiscalant?
Antiscalant wirkt gegen mineralische Ablagerungen wie Calciumcarbonat, Calciumsulfat, Bariumsulfat, Strontiumsulfat, Siliciumdioxid und ähnliche schwer lösliche Verbindungen. Die genaue Wirkung hängt vom Produkt und von der Wasseranalyse ab.
Hilft Antiscalant gegen Fouling?
Antiscalant kann je nach Produkt dispergierende Eigenschaften haben. Es ist aber kein vollständiger Schutz gegen Fouling durch Partikel, Eisen, Mangan, organische Stoffe, Öl, Biofilm oder Mikroorganismen. Dafür sind passende Vorbehandlungen erforderlich.
Kann Antiscalant bei Brunnenwasser eingesetzt werden?
Ja, wenn die Wasseranalyse passt und störende Stoffe wie Eisen, Mangan, Trübung oder organische Belastung ausreichend vorbehandelt werden. Brunnenwasser sollte vor einer Antiscalant-Auslegung immer vollständig analysiert werden.
Welche Gebindegrößen sind sinnvoll?
Das hängt von Anlagenleistung, Dosiermenge, Betriebszeit und Lagerbedingungen ab. Kleine bis mittlere Anlagen arbeiten häufig mit Kanistern. Größere Anlagen können mit Fass oder IBC wirtschaftlicher betrieben werden.
Welche Angaben werden für eine technische Rückfrage benötigt?
Benötigt werden Rohwasseranalyse, Membrantyp, Anlagenleistung, Ausbeute, Betriebsdruck, Temperatur, vorhandene Vorbehandlung, vorhandene Dosiertechnik, Gebindegröße und bisherige Betriebsprobleme wie Scaling, Fouling oder häufige Reinigung.
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