Antiscalant VITEC 1135
Antiscalant VITEC 1135
Vitec 1135 ist ein Antiscalant und Härtestabilisator für Membransysteme, bei denen durch hohe Wasserhärte und/oder erhöhte mineralische Trübstoffgehalte mit anorganischen Ablagerungen zu rechnen ist. Das Produkt wird in Umkehrosmoseanlagen und Nanofiltrationsanlagen eingesetzt, um Membranoberflächen vor Scaling und mineralischen Belägen zu schützen.
Vitec 1135 eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen neben Härtebildnern auch eingetragene mineralische Trübstoffe berücksichtigt werden müssen. Passende Antiscalant-Dosiersysteme, allgemeine Dosiertechnik, Membranelemente und Membranreiniger sind ebenfalls erhältlich.
EUR 89,11 - EUR 105,81
Preis netto: EUR 88,92
EUR 5,29 pro Kilogramm
inkl. 19 % USt zzgl. Versandkosten
Vitec 1135 richtig einsetzen
Antiscalant für harte und partikelbelastete Rohwässer
Vitec 1135 wurde für Membrananlagen entwickelt, bei denen hohe Wasserhärte und/oder Trübstoffe das Risiko anorganischer Ablagerungen erhöhen. In solchen Anwendungen können Calciumverbindungen, mineralische Partikel und andere schwer lösliche Bestandteile die Membranoberfläche belasten.
Das Produkt wirkt als Härtestabilisator mit hohem Dispergiervermögen. Dadurch werden mineralische Beläge nicht nur in ihrer Kristallbildung gehemmt, sondern auch in Schwebe gehalten und mit dem Retentatstrom aus dem System ausgetragen. Das ist besonders relevant, wenn das Rohwasser nicht nur gelöste Härtebildner, sondern zusätzlich mineralische Trübstoffe enthält.
Wirkungsweise über Threshold-Effekt und Dispergierung
Die härtestabilisierende Wirkung von Vitec 1135 basiert auf einer Kombination aus Phosphonsäure- und Polycarbonsäure-Komponenten. Diese Kombination nutzt den Threshold-Effekt, bei dem die Bildung mineralischer Kristalle bereits bei niedriger Produktkonzentration gehemmt wird.
Zusätzlich sorgt das Dispergiervermögen dafür, dass eingetragene mineralische Trübstoffe in Schwebe bleiben. Ablagerungen werden in eine disperse Phase überführt und können über den Retentatstrom aus der Membrananlage entfernt werden. Dadurch bleibt die Membranoberfläche länger frei von anorganischen Belägen.
Einsatzbereich im pH-Bereich 7,0 bis 10,0
Vitec 1135 ist laut Datenblatt im pH-Bereich von 7,0 bis 10,0 wirksam. Dieser Bereich ist für viele Umkehrosmose- und Nanofiltrationsanwendungen relevant, insbesondere wenn Rohwasser mit Härtebildnern und mineralischen Bestandteilen behandelt wird.
Der pH-Wert sollte bei der Auslegung immer zusammen mit Härte, Leitfähigkeit, Alkalität, Ausbeute, Temperatur und Trübstoffgehalt betrachtet werden. Liegt der pH-Wert außerhalb des empfohlenen Bereichs oder ist die Wasserzusammensetzung stark schwankend, sollte die Antiscalant-Auswahl gesondert geprüft werden.
Dosierung und Anlagenanbindung
Die erforderliche Dosierung hängt von Ausbeute, Wasserhärte, Trübstoffgehalt und weiteren Rohwasserparametern ab. Laut Datenblatt sollte die Produktkonzentration im Retentat zwischen 20 und 200 g/m³ liegen. Die genaue Einstellung muss an die jeweilige Membrananlage angepasst werden.
Vitec 1135 kann als Konzentrat oder als beliebig mit Wasser verdünnte Lösung eingesetzt werden. Bei stark schwankender Feedwassermenge ist eine vom Feedstrom mengenabhängig gesteuerte automatische Dosieranlage sinnvoll. Die Dosierung erfolgt am besten an oder vor einer mischungsintensiven Stelle des Systems.
Dosierwerkstoffe und Medienbeständigkeit
Alle produktberührten Teile der Dosieranlage müssen aus säurefestem Material bestehen. Wegen des Komplexbildungsvermögens der enthaltenen Phosphonsäuren sollten Kunststoffe wie PE, PP oder PVC sowie Glas- oder Keramikwerkstoffe verwendet werden.
Das betrifft insbesondere Dosierpumpe, Saugleitung, Druckleitung, Impfventil, Sauglanze, Behälter und Dichtungen. Vor dem Einsatz sollte geprüft werden, ob die vorhandene Dosiertechnik für Vitec 1135 geeignet ist.
Chemische und physikalische Eigenschaften
Vitec 1135 ist ein flüssiges Kombinationsprodukt auf Basis von Phosphon- und Polycarbonsäuren. Das Produkt ist klar bis trübe und farblos bis gelblich. Der pH-Wert einer 1%igen Lösung liegt bei 3,2 ± 0,3. Die Dichte bei 20 °C beträgt 1,02 ± 0,03 g/cm³.
Das Produkt ist unbegrenzt wasserlöslich und besitzt eine Frostsensitivität von -2 °C. Der Phosphatgehalt wird als PO4³- mit 1,3 ± 0,3 % angegeben. Vitec 1135 ist nicht flüchtig, nicht brennbar, P-arm und N-frei.
Zertifizierung und gewerblicher Einsatz
Vitec 1135 ist gemäß NSF/ANSI/CAN Standard 60 zertifiziert. Das ist insbesondere bei Anwendungen relevant, bei denen Anforderungen an geprüfte Dosierchemikalien in wassertechnischen Systemen bestehen.
Laut Datenblatt ist Vitec 1135 ausschließlich für den industriellen und gewerblichen Einsatz bestimmt. Die konkrete Eignung für den jeweiligen Anwendungsfall muss anhand von Rohwasseranalyse, Membrantyp, Betriebsweise und Dosierkonzept geprüft werden.
Abgrenzung zu anderen Antiscalants
Vitec 1135 sollte vor allem dann geprüft werden, wenn Härte und mineralische Trübstoffe gleichzeitig eine Rolle spielen. Der besondere Schwerpunkt liegt auf der Kombination aus Härtestabilisierung und Dispergierung eingetragener mineralischer Feststoffe.
Andere Vitec-Produkte können je nach Anwendung stärker auf andere Rohwasserbedingungen, spezielle Scaling-Risiken, höhere Silikatbelastung, andere pH-Bereiche oder besondere Membranprozesse ausgerichtet sein. Deshalb sollte Vitec 1135 nicht pauschal als Standardprodukt für jede Membrananlage eingesetzt werden.
Grenzen der Anwendung
Vitec 1135 schützt Membranen vor anorganischen Ablagerungen und hilft, mineralische Trübstoffe in Schwebe zu halten. Es ersetzt jedoch keine mechanische Vorfiltration, keine Enteisenung, keine Entmanganung, keine Aktivkohlefiltration und keine hygienische Vorbehandlung.
Wenn Rohwasser Eisen, Mangan, Öl, organische Belastung, Biofilm, hohe Trübung oder mikrobiologische Belastungen enthält, müssen diese Einflüsse separat bewertet werden. Antiscalant kann solche Probleme nicht vollständig kompensieren.
Angaben für die Auslegung
Für die Auswahl und Dosierung von Vitec 1135 sind folgende Angaben hilfreich:
- aktuelle Rohwasseranalyse
- Härte, Carbonathärte und Leitfähigkeit
- pH-Wert und Temperatur
- Trübung und mineralische Partikelfracht
- geplante Ausbeute der Membrananlage
- Feed-, Permeat- und Retentatmenge
- Membrantyp und Membranhersteller
- Verfahren: Umkehrosmose oder Nanofiltration
- vorhandene Vorfiltration
- vorhandene Dosiertechnik
- Dosierstelle und Mischstrecke
- Betriebszeiten und schwankende Feedwassermengen
- bisherige Probleme mit Scaling, Trübstoffen oder Membranverblockung
Ohne Wasseranalyse und Anlagendaten lässt sich die Dosierung nicht seriös festlegen. Besonders bei schwankender Feedwassermenge sollte die Dosierung mengenabhängig über den Rohwasserstrom gesteuert werden.
WHGFachbetrieb
