Lewatit VP OC 1026
Selektivharz für Metalle

Art.Nr.: VPOC1026-LL

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Datenblätter

Produktbeschreibung

Lewatit VP OC 1026 – Selektivaustauscher für saure Metallprozessströme

Lewatit VP OC 1026 ist ein makroporöses Tränkharz auf Basis eines Styrol-Divinylbenzol-Copolymers. Das Harz ist mit Di-2-Ethylhexyl-Phosphat, kurz D2EHPA, imprägniert und kann dadurch bestimmte Metalle aus wässrigen Prozesslösungen aufnehmen.

Der technische Schwerpunkt liegt nicht auf klassischem Ionenaustausch zur Enthärtung oder Vollentsalzung, sondern auf der selektiven Metallaufnahme aus sauren Lösungen. Lewatit VP OC 1026 eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen Metalle aus Prozessströmen getrennt, entfernt oder zurückgewonnen werden sollen.

Einsatzbereiche von Lewatit VP OC 1026

Lewatit VP OC 1026 wird in der industriellen Wasser- und Prozessstrombehandlung eingesetzt. Typische Anwendungen sind:

  • Entfernung von Eisen(III) und Zink aus chromhaltigen Säuren
  • Trennung von Zink und Eisen(III) aus schwefelsauren Prozessströmen
  • Gewinnung von Seltenen Erden aus sauren Lösungen
  • Gewinnung von Indium aus sauren Lösungen
  • selektive Metallaufnahme aus hydrometallurgischen Prozessströmen
  • Behandlung saurer metallhaltiger Prozesslösungen
  • Polishing-Stufe nach geeigneter Vorbehandlung
  • Austausch bestehender Selektivaustauscher-Füllungen

Weitere Spezialharze finden Sie in der Kategorie Selektivaustauscher. Für klassische Anionenharze stehen weitere Produkte in der Kategorie Anionenaustauscher zur Verfügung.

Funktion als D2EHPA-imprägniertes Tränkharz

Lewatit VP OC 1026 enthält D2EHPA direkt in den Poren der makroporösen Harzmatrix. Dadurch verbindet das Harz Eigenschaften eines festen Adsorberharzes mit der selektiven Extraktionswirkung von D2EHPA.

Das Harz kann Stoffe aus wässrigen Lösungen aufnehmen, die auch mit D2EHPA in anderen Extraktionsverfahren erfasst werden. Der Vorteil liegt darin, dass keine klassische Flüssig-Flüssig-Phasentrennung mit organischer Phase erforderlich ist.

Selektivität gegenüber Metallionen

Lewatit VP OC 1026 zeigt eine selektive Aufnahme verschiedener Metallionen. Die bevorzugte Reihenfolge der Metallaufnahme ist:

  • Uran(IV)
  • Uran(VI)
  • Eisen(III)
  • Indium(III)
  • Aluminium(III)
  • Blei(II)
  • Zink(II)
  • Calcium(II)
  • Cadmium(II)
  • Mangan(II)
  • Chrom(III)
  • Magnesium(II)
  • Kobalt(II)

Die tatsächliche Beladung und Trennleistung hängt von Säurematrix, pH-Wert, Metallkonzentration, Begleitionen, Oxidationsstufen, Temperatur, Durchfluss, Kontaktzeit und Harzvolumen ab. Für eine belastbare Auslegung ist eine technische Prüfung der Prozesslösung erforderlich.

Abgrenzung zu klassischen Selektivaustauschern

Lewatit VP OC 1026 unterscheidet sich von klassischen Chelatharzen und Standard-Ionenaustauschern. Das Harz arbeitet über das imprägnierte Extraktionsmittel D2EHPA und wird vor allem für saure Prozessströme eingesetzt.

Lewatit TP 207 ist ein chelatbildender Kationenaustauscher mit Iminodiessigsäuregruppen. Lewatit TP 214 ist ein Spezialharz mit Thioharnstoffgruppen für Quecksilber, Edelmetalle und Platinmetalle. Lewatit VP OC 1026 ist dagegen auf D2EHPA-typische Metalltrennungen in sauren Lösungen ausgelegt.

Wichtige Betriebsgrenze: pH-Wert unter 4

Lewatit VP OC 1026 darf nicht mit alkalischen Lösungen betrieben werden. Bei basischen Bedingungen kann das Extraktionsmittel ausgewaschen werden. Der pH-Wert sollte deshalb auch während Rückspül- und Waschvorgängen unter 4 bleiben.

Diese Betriebsgrenze ist für Planung, Inbetriebnahme, Spülung, Stillstand und Harzwechsel zu berücksichtigen. Die Eignung muss anhand der konkreten Prozesslösung geprüft werden.

Dichte und Harzbettaufbau

Lewatit VP OC 1026 besitzt eine geringere Dichte als Wasser und kann deshalb im Behälter aufschwimmen. Je nach Anlagenaufbau kann eine Abdeckung mit einem neutralen Material sinnvoll sein.

Als Abdeck- oder Sperrschicht kann Lewatit IN 42 Inertmaterial geprüft werden. Die Ausführung hängt von Behältergeometrie, Strömungsrichtung, Rückspülung, Verteilersystem und Betriebsweise ab.

Vorteile gegenüber klassischer Flüssigextraktion

Lewatit VP OC 1026 kann gegenüber klassischen Flüssigextraktionsverfahren technische Vorteile bieten, wenn die Anwendung dazu passt:

  • feste Harzphase statt organischer Flüssigphase
  • keine Trennung zweier Flüssigphasen erforderlich
  • kompakterer Anlagenaufbau möglich
  • gute Eignung für geringe Metallkonzentrationen
  • gezielte Metallaufnahme aus sauren Lösungen
  • geringerer Umgang mit organischen Lösungsmitteln
  • einfache Integration in geeignete Festbettverfahren

Technische Daten

Merkmal Angabe
Produkt Lewatit VP OC 1026
Hersteller Lanxess
Art.-Nr. VPOC1026-LL
Verpackungseinheit 25 Liter Sack
Gewicht ca. 19 kg
Harztyp Selektivaustauscher / Tränkharz
Extraktionsmittel Di-2-Ethylhexyl-Phosphat, D2EHPA
Funktionelle Gruppe D2EHPA
Matrix vernetztes Polystyrol
Basis Styrol-Divinylbenzol-Copolymer
Struktur makroporös
Farbe weiß, opak
Korngrößenverteilung gleichförmig, sehr gute Kinetik
Eigenschaften chemisch und mechanisch sehr stabil
pH-Grenze unter pH 4 betreiben, auch beim Spülen

Hinweise zur Auslegung

Für die technische Auswahl von Lewatit VP OC 1026 sollten mindestens folgende Punkte geprüft werden:

  • Zielmetalle und gewünschte Restkonzentrationen
  • Oxidationsstufen der Metallionen
  • Säureart und Säurekonzentration
  • pH-Wert im Betrieb, beim Spülen und bei Stillstand
  • Begleitionen und konkurrierende Metalle
  • organische Inhaltsstoffe und Komplexbildner
  • Trübung, Partikel und Feststoffe
  • Temperatur und Viskosität
  • Durchfluss, Kontaktzeit und Harzvolumen
  • Behälteraufbau und mögliche Aufschwimmung des Harzes
  • Abdeckung mit Inertmaterial
  • Regeneration, Rückgewinnung oder Entsorgung

Die erreichbare Trennleistung hängt von Prozesslösung, Zielmetall, Anlagenaufbau und Betriebsbedingungen ab.

Harztausch und Service

Beim Austausch von Lewatit VP OC 1026 sollten Behälter, Düsensystem, Verteilersystem, Inertschicht, Armaturen, Dichtungen und Betriebsparameter geprüft werden. Bei metallbeladenem Harz sind zusätzlich Entsorgung, Rückgewinnung, Arbeitsschutz und Dokumentation zu klären.

Auf unserer Homepage finden Sie weitere Informationen zu Ionenaustauscheranlagen sowie zu Service und Wartung für Wasseraufbereitungsanlagen.

 

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