Doppel Mischbettanlage
Komplettanlage 2x MB50

Art.Nr.: 2MB50-AG

« Zurück zur Kategorie

EUR 13.030,50
Preis netto: EUR 10.950,00

inkl. 19 % USt

  • Lieferzeit ca. 1-2 Wochen
  • Gewicht 280 kg


Zahlungsweisen

PayPal Vorkasse Kreditkarten Lastschrift Sofortüberweisung

Bewertung: 0.0 von 5

Datenblätter

Produktbeschreibung

Doppel-Mischbettanlage 2 × MB50 für VE-Wasser

Die Doppel-Mischbettanlage 2 × MB50 ist eine hydraulisch und elektrisch vormontierte Vollentsalzungsanlage zur Herstellung und überwachten Bereitstellung von VE-Wasser. Zwei separat schaltbare Mischbettpatronen mit jeweils 50 Litern Harzvolumen ermöglichen den Einzelbetrieb, Parallelbetrieb oder Folgebetrieb in Reihe.

Das gesamte Harzvolumen beträgt 100 Liter. Bei einer Rohwasserleitfähigkeit von 600 µS/cm ergibt sich über beide Harzfüllungen eine rechnerische Gesamtkapazität von ca. 6.250 Litern VE-Wasser. Bei 300 µS/cm beträgt die rechnerische Gesamtkapazität ca. 12.500 Liter.

Zwei integrierte SWAN-Leitfähigkeitsmessgeräte ermöglichen die fortlaufende Kontrolle der Wasserqualität. Ein nachgeschalteter 0,2-µm-Endfilter und eine abflammbare Probenahmestelle unterstützen die hygienische Betriebsführung und kontrollierte Probenentnahme.

Vorteile der Doppel-Mischbettanlage

  • zwei getrennt schaltbare MB50-Mischbettpatronen
  • insgesamt 100 Liter Mischbettharz
  • Einzelbetrieb mit verfügbarer Reservepatrone
  • Parallelbetrieb für eine höhere hydraulische Reserve
  • Folgebetrieb mit Arbeits- und Polizeifilter
  • Harzwechsel an einer Patrone bei weiterlaufendem Betrieb der zweiten Patrone
  • zwei SWAN-Leitfähigkeitsmessgeräte
  • kalibrierbare Messung von 0 bis 200 µS/cm
  • zwei Analogausgänge mit 4–20 mA
  • nachgeschalteter 0,2-µm-Endfilter
  • abflammbare Probenahmestelle
  • PVC-U-Verrohrung PN16
  • vormontierter elektrischer Unterverteiler
  • stabiler Aluminiumrahmen mit höhenverstellbaren Stellfüßen

Drei Betriebsarten für eine flexible VE-Wasserbereitstellung

Die beiden Mischbettpatronen können über die vorhandenen Absperr- und Kreuzschaltungsarmaturen unterschiedlich betrieben werden. Die Betriebsart wird entsprechend dem Wasserbedarf, der benötigten Betriebssicherheit und der geforderten Ausgangsqualität eingestellt.

Möglich sind:

  • Einzelbetrieb von Mischbettpatrone 1 oder 2
  • Parallelbetrieb beider Patronen
  • Folgebetrieb von Mischbettpatrone 1 auf Mischbettpatrone 2
  • Folgebetrieb von Mischbettpatrone 2 auf Mischbettpatrone 1

Die genauen Ventilstellungen sind in der mitgelieferten Bedienungsanleitung dokumentiert.

Einzelbetrieb mit verfügbarer Reserve

Im Einzelbetrieb wird das Rohwasser über eine der beiden MB50-Patronen geführt. Die zweite Patrone ist abgesperrt und kann drucklos bereitgehalten werden.

Diese Betriebsart eignet sich, wenn:

  • der benötigte Volumenstrom von einer MB50 bereitgestellt werden kann
  • eine zweite Patrone als Reserve verfügbar sein soll
  • an einer Patrone ein Harzwechsel durchgeführt wird
  • die Patronen abwechselnd genutzt werden sollen
  • Wartungsarbeiten ohne vollständigen Anlagenstillstand erforderlich sind

Ist die aktive Patrone erschöpft, kann auf die zweite Patrone umgeschaltet werden. Die außer Betrieb genommene Patrone wird anschließend drucklos gemacht, entleert und neu befüllt.

Bei ausreichender Restkapazität der aktiven Patrone kann der Anlagenbetrieb während des Harzwechsels an der zweiten Patrone fortgeführt werden.

Parallelbetrieb beider Mischbettpatronen

Im Parallelbetrieb werden beide MB50-Patronen gleichzeitig durchströmt. Der Rohwasserstrom verteilt sich auf beide Harzbetten.

Der Parallelbetrieb bietet folgende Vorteile:

  • Verteilung des Volumenstroms auf zwei Patronen
  • geringere Belastung des einzelnen Harzbetts
  • reduzierter Druckverlust gegenüber einer einzelnen stark belasteten Patrone
  • größere hydraulische Reserve
  • gleichzeitige Nutzung beider Harzfüllungen
  • längere zeitliche Betriebsdauer bis zum Harzwechsel bei entsprechendem Wasserbedarf

Die tatsächliche Durchflussleistung der Gesamtanlage wird nicht nur durch die Patronen bestimmt. Auch DN15-Anschlüsse, Armaturen, Verrohrung, Endfilter, Eingangsdruck und die geforderte Ausgangsleitfähigkeit beeinflussen den nutzbaren Volumenstrom.

Folgebetrieb mit Arbeits- und Polizeifilter

Beim Folgebetrieb werden die beiden Mischbettpatronen hintereinander durchströmt. Die erste Patrone arbeitet als Arbeitsfilter. Die zweite Patrone ist als Polizeifilter beziehungsweise Sicherheitsstufe nachgeschaltet.

Die Anlage kann in beiden Richtungen betrieben werden:

  • Mischbettpatrone 1 als Arbeitsfilter und Mischbettpatrone 2 als Polizeifilter
  • Mischbettpatrone 2 als Arbeitsfilter und Mischbettpatrone 1 als Polizeifilter

Der Folgebetrieb ist besonders für Anwendungen geeignet, bei denen ein unbemerkter Leitfähigkeitsdurchbruch möglichst vermieden werden soll.

Die Vorteile dieser Betriebsweise sind:

  • zweistufige Vollentsalzung
  • frühzeitige Erkennung der Erschöpfung des Arbeitsfilters
  • nachgeschaltete Patrone als Qualitätsreserve
  • bessere Ausnutzung der ersten Harzfüllung
  • planbarer Wechsel der Patronen
  • höhere Betriebssicherheit bei niedrigen Leitfähigkeitsgrenzwerten

Nach einem Harzwechsel wird die frisch befüllte Patrone als Polizeifilter nachgeschaltet. Die zuvor als Sicherheitsstufe verwendete Patrone übernimmt die Funktion des Arbeitsfilters.

Dadurch wird die ältere Harzfüllung weitgehend ausgenutzt, während sich in der letzten Aufbereitungsstufe eine Patrone mit höherer verbleibender Kapazität befindet.

Funktionsweise als Festbett-Mischbettanlage

Die beiden Mischbettpatronen arbeiten nach dem Festbettprinzip. Das Wasser strömt von oben nach unten durch die Harzschicht. Der Wasserdruck hält das Harzbett während des Betriebs in einer kompakten Lage.

Das Mischbettharz besteht aus einer feinen Mischung von:

  • stark saurem Kationenaustauscherharz in H-Form
  • stark basischem Anionenaustauscherharz in OH-Form

Durch die enge Vermischung der beiden Harzarten entsteht innerhalb des Harzbetts eine große Anzahl aufeinanderfolgender Austauschzonen.

Beim Durchströmen werden positiv geladene Ionen gegen Wasserstoffionen H⁺ ausgetauscht. Negativ geladene Ionen werden gegen Hydroxidionen OH⁻ ausgetauscht. Die abgegebenen H⁺- und OH⁻-Ionen verbinden sich anschließend zu Wasser.

Dadurch wird die Konzentration gelöster Salze stark reduziert und die elektrische Leitfähigkeit des Wassers sinkt.

Kapazität der Doppel-Mischbettanlage

Jede MB50-Patrone enthält 50 Liter Mischbettharz.

Richtkapazität je Patrone:

  • bei 300 µS/cm Rohwasserleitfähigkeit: ca. 6.250 Liter
  • bei 600 µS/cm Rohwasserleitfähigkeit: ca. 3.125 Liter

Rechnerische Gesamtkapazität beider Harzfüllungen:

  • bei 300 µS/cm Rohwasserleitfähigkeit: ca. 12.500 Liter
  • bei 600 µS/cm Rohwasserleitfähigkeit: ca. 6.250 Liter

Die angegebenen Kapazitäten sind Richtwerte. Die tatsächlich behandelbare Wassermenge hängt unter anderem ab von:

  • Leitfähigkeit des Rohwassers
  • Zusammensetzung der gelösten Salze
  • gewählter Betriebsart
  • Durchflussgeschwindigkeit
  • Wassertemperatur
  • Zustand des Mischbettharzes
  • festgelegtem Leitfähigkeitsgrenzwert
  • Umschalt- und Wechselstrategie des Betreibers

Im Folgebetrieb wird die erste Patrone stärker beladen als der nachgeschaltete Polizeifilter. Die Kapazität verteilt sich daher während eines einzelnen Betriebszyklus nicht gleichmäßig auf beide Patronen.

Doppelte SWAN-Leitfähigkeitsüberwachung

Die Anlage ist mit zwei SWAN-Leitfähigkeitsmessgeräten und den zugehörigen Messumformern ausgestattet.

Technische Merkmale:

  • zwei getrennte Leitfähigkeitsmessungen
  • Messbereich 0 bis 200 µS/cm
  • digitale Anzeige der aktuellen Messwerte
  • kalibrierbare Messung
  • Analogausgang 4–20 mA je Messumformer
  • Weitergabe der Messsignale an eine übergeordnete Steuerung möglich

Die doppelte Messung ist besonders beim Folgebetrieb vorteilhaft. Der Leitfähigkeitsanstieg hinter dem Arbeitsfilter kann erkannt werden, während die zweite Patrone weiterhin als Sicherheitsstufe arbeitet.

Der zulässige Leitfähigkeitsgrenzwert muss entsprechend der nachfolgenden Anwendung festgelegt werden. Nicht jeder technische Prozess benötigt dieselbe Ausgangsqualität.

Die Leitfähigkeitsmessgeräte sollten regelmäßig durch eine Vergleichsmessung mit einem geeigneten, kalibrierten Messgerät kontrolliert werden.

Erkennung der Harzerschöpfung

Während des Betriebs nimmt das Mischbettharz kontinuierlich gelöste Ionen auf. Mit zunehmender Beladung sinkt die verbleibende Austauschkapazität.

Ist das Harz weitgehend erschöpft, steigt die Leitfähigkeit am Ausgang der betreffenden Patrone an. Dieser Leitfähigkeitsanstieg dient als Signal für den erforderlichen Harzwechsel.

Vor einem Harzwechsel sollten folgende Punkte geprüft werden:

  • korrekte Entlüftung der Patrone
  • Funktion des Leitfähigkeitsmessgeräts
  • Rohwasserleitfähigkeit
  • ausreichende Durchströmung der Patrone
  • richtige Ventilstellung
  • Vergleichsmessung mit einem zweiten Messgerät

Dadurch lässt sich ausschließen, dass eine fehlerhafte Anzeige, eingeschlossene Luft oder eine unzureichende Durchströmung als Harzerschöpfung fehlinterpretiert wird.

0,2-µm-Endfilter

Nach der Vollentsalzung wird das Wasser über eine 0,2-µm-Filterkerze in einem 9-Zoll-Filtergehäuse geführt.

Der Endfilter hält feine Partikel zurück und unterstützt eine hygienisch kontrollierte Bereitstellung des erzeugten VE-Wassers.

Der 0,2-µm-Endfilter ist keine alleinige Garantie für dauerhaft steriles oder vollständig keimfreies Wasser. Das hygienische Ergebnis hängt zusätzlich ab von:

  • mikrobiologischer Qualität des Zulaufwassers
  • Zustand und Wechselintervall der Filterkerze
  • Betriebs- und Stillstandszeiten
  • Reinigung und gegebenenfalls Desinfektion der Anlage
  • Umgebungstemperatur
  • hygienischer Ausführung der nachfolgenden Leitungen
  • Probenahme und mikrobiologischer Kontrolle

Für Anwendungen mit definierten mikrobiologischen Anforderungen müssen Endfilter, Leitungen, Probenahme und Überwachung in ein geeignetes Hygienekonzept eingebunden werden.

Abflammbare Probenahmestelle

Die Anlage besitzt eine abflammbare Probenahmestelle zur kontrollierten Entnahme von Wasserproben.

Die Probenahmestelle kann vor der Entnahme thermisch behandelt werden. Dadurch lässt sich das Risiko reduzieren, dass eine Probe durch äußere Verunreinigungen an der Entnahmestelle beeinflusst wird.

Die Probenahmestelle eignet sich für:

  • betriebliche Qualitätskontrollen
  • Kontrolle der elektrischen Leitfähigkeit
  • hygienisch vorbereitete Probenahmen
  • externe Laboruntersuchungen
  • Dokumentation der erzeugten Wasserqualität

Die Durchführung und Bewertung mikrobiologischer Untersuchungen richtet sich nach den Anforderungen der jeweiligen Anwendung.

Hydraulisch und elektrisch vormontiert

Die Doppel-Mischbettanlage ist auf einem stabilen Aluminiumrahmen mit höhenverstellbaren Stellfüßen und einer PP-Montageplatte aufgebaut.

Zur vormontierten Ausführung gehören:

  • zwei MB50-Mischbettpatronen
  • PVC-U-Verrohrung PN16
  • Absperr- und Kreuzschaltungsarmaturen
  • zwei SWAN-Leitfähigkeitsmessgeräte
  • zwei Messumformer
  • 0,2-µm-Endfilter im 9-Zoll-Gehäuse
  • abflammbare Probenahmestelle
  • Sicherheitsventil im Rohwasserzulauf
  • elektrischer Unterverteiler mit Sicherungen
  • 230-V-Anschlusskabel
  • Aluminiumrahmen mit Stellfüßen
  • PP-Montageplatte

Die Anlage wird hydraulisch und elektrisch vormontiert geliefert. Die beiden Patronen werden aufgrund des Gewichts und der besseren Handhabung nicht mit eingefülltem Harz transportiert.

Nach der Aufstellung müssen die Patronen befüllt, die bauseitigen Anschlüsse hergestellt und die Anlage entlüftet, gespült und in Betrieb genommen werden.

Vier Harzsäcke zur Befüllung am Aufstellort

Das gesamte Harzvolumen beträgt 100 Liter. Zum Lieferumfang gehören vier Säcke mit jeweils 25 Litern betriebsbereitem Mischbettharz.

Jede MB50-Patrone wird mit zwei vollständigen 25-Liter-Säcken befüllt.

Die getrennte Harzlieferung erleichtert:

  • Transport der Anlage
  • Einbringen in den Technikraum
  • Positionieren am endgültigen Aufstellort
  • Handhabung bei engen Zugängen
  • kontrollierte Befüllung der beiden Patronen

Die Anlage sollte vor der Harzbefüllung am endgültigen Standort aufgestellt und über die Stellfüße ausgerichtet werden. Nach der Befüllung der Patronen mit Harz und Wasser erhöht sich das Anlagengewicht erheblich.

Geeignete Mischbettharze

Die Anlage wird standardmäßig mit ION-TEC-PLUS A6K4 Mischbettharz betrieben.

Für eine Neubefüllung sind gemäß der Anlagenauslegung folgende Mischbettharze geeignet:

  • ION-TEC-PLUS A6K4
  • Lewatit NM 60
  • Lewatit NM 91

Die technischen Eigenschaften und erreichbaren Wasserqualitäten können sich je nach eingesetztem Harz unterscheiden.

Ungeöffnete Harzgebinde können bei geeigneter Lagerung ungefähr 1,5 Jahre aufbewahrt werden. Die Säcke müssen kühl, trocken, lichtgeschützt und frostfrei in der geschlossenen Originalverpackung gelagert werden.

Erstbefüllung der Patronen

Für jede Patrone werden 50 Liter Mischbettharz benötigt.

Grundsätzlicher Ablauf:

  • Anlage am endgültigen Standort aufstellen
  • Rahmen über die Stellfüße ausrichten
  • beide Patronen absperren und drucklos halten
  • Verteilerkopf der ersten Patrone entfernen
  • Verteilerrohr vorsichtig aus dem Verteilerkopf ziehen
  • ordnungsgemäßen Sitz des O-Rings kontrollieren
  • Verteilerrohr mittig im Drucktank positionieren
  • obere Öffnung des Verteilerrohrs verschließen
  • zwei 25-Liter-Säcke vollständig einfüllen
  • Harz bei Bedarf mit etwas Wasser einspülen
  • Gewinde und Dichtflächen sorgfältig reinigen
  • Verteilerrohr wieder am Verteilerkopf montieren
  • Verteilerkopf fachgerecht verschließen
  • Vorgang an der zweiten Patrone wiederholen
  • Anlage hydraulisch anschließen
  • Patronen langsam mit Wasser füllen
  • beide Patronen am Verteilerkopf vollständig entlüften
  • Harzbetten vor der Nutzung gründlich spülen
  • Leitfähigkeitsmessungen kontrollieren

Während der Befüllung darf kein Harz in die Verteilerrohre gelangen. Harzkugeln auf Gewinden und Dichtflächen müssen vor dem Verschließen vollständig entfernt werden.

Wiederverwendbare MB50-Patronen

Die beiden Mischbettpatronen MB50 sind keine Einwegpatronen.

Drucktank, PE-Innenbehälter, Verteilerrohr und Verteilerkopf können nach der Erschöpfung des Harzes weiterverwendet werden. Das erschöpfte Mischbettharz wird vollständig entfernt und durch neues Harz ersetzt.

Eine Regeneration des Harzes innerhalb der Anlage ist nicht vorgesehen.

Schneller Harzwechsel über Bodenablassventile

Jede MB50-Patrone besitzt am Behälterboden einen Kugelhahn zur Entleerung des Harzbetts. Diese Ausführung ist speziell bei einem Harzvolumen von 50 Litern je Patrone ein wesentlicher Vorteil.

Nach dem Absperren und vollständigen Druckentlasten kann das erschöpfte Harz über den tiefsten Behälterpunkt mit Wasser ausgespült und in einem geeigneten Auffangbehälter gesammelt werden.

Die Bodenentleerung reduziert:

  • den Zeitaufwand beim Entfernen des Altharzes
  • die notwendige manuelle Handhabung
  • Harzrückstände im unteren Behälterbereich
  • den Aufwand für das Reinigen der Drucktanks
  • die Stillstandszeit der betroffenen Patrone

Ein Kippen oder aufwendiges manuelles Entleeren des großen Druckbehälters ist nicht erforderlich.

Ablauf des Harzwechsels

Der Harzwechsel darf nur an einer abgesperrten und vollständig drucklosen Patrone erfolgen.

Grundsätzlicher Ablauf:

  • betreffende MB50 aus dem Anlagenbetrieb nehmen
  • Zulauf und Ablauf der Patrone schließen
  • vorhandenen Druck vollständig abbauen
  • geeigneten Auffangbehälter oder Ablauf anschließen
  • Kugelhahn am Behälterboden kontrolliert öffnen
  • erschöpftes Harz mit Wasser aus dem Drucktank ausspülen
  • Kugelhahn nach vollständiger Entleerung schließen
  • Drucktank mit sauberem Wasser nachspülen
  • oberen Verteilerkopf öffnen
  • Verteilerrohr und O-Ringe kontrollieren
  • Verteilerrohr mittig im Drucktank positionieren
  • Öffnung des Verteilerrohrs während der Befüllung verschließen
  • zwei Säcke mit jeweils 25 Litern neuem Harz einfüllen
  • Gewinde und Dichtflächen gründlich reinigen
  • Verteilerkopf fachgerecht montieren
  • Patrone langsam mit Wasser füllen
  • Drucktank am Verteilerkopf vollständig entlüften
  • Harzbett ausreichend spülen
  • Ausgangsleitfähigkeit kontrollieren
  • Patrone entsprechend der vorgesehenen Betriebsart zuschalten

Während des Ausspülens muss das Altharz vollständig aufgefangen werden. Es darf nicht unkontrolliert in die Kanalisation oder in Bodenabläufe gelangen.

Entsorgung des erschöpften Harzes

Wurde die Anlage ausschließlich zur Aufbereitung von normalem Leitungswasser betrieben, kann das erschöpfte Mischbettharz über den Hausmüll entsorgt werden.

Wurde Prozesswasser oder Wasser mit besonderen Verunreinigungen behandelt, muss der Entsorgungsweg anhand der vom Harz aufgenommenen Stoffe geprüft werden. In diesem Fall kann eine gesonderte abfallrechtliche Einstufung erforderlich sein.

Befüllung mit anderen Ionenaustauscherharzen

Die beiden Drucktanks können nach technischer Prüfung auch mit anderen geeigneten Ionenaustauscherharzen befüllt werden.

Mögliche Anwendungen sind beispielsweise:

  • Enthärtung mit geeignetem Kationenaustauscherharz
  • Heizungswasseraufbereitung mit geeignetem Harz nach VDI 2035
  • getrennte Kationen- und Anionenaustauschstufen
  • spezielle Ionenaustauschverfahren

Geeignete Harzarten finden Sie in den Shopbereichen:

Ein Wechsel der Harzart verändert die Funktion der Anlage. Wird Enthärtungsharz verwendet, entsteht kein vollentsalztes Wasser. Auch ein einzelnes Kationen- oder Anionenaustauscherharz erzeugt allein kein VE-Wasser.

Die vorhandene Verrohrung, die Durchströmungsrichtung, die Leitfähigkeitsmessung, die Austauschstrategie und die Endfiltration sind für den Betrieb mit Mischbettharz ausgelegt. Vor einer Umrüstung müssen daher insbesondere geprüft werden:

  • Eignung des Harzes für die vorhandenen Verteiler
  • erforderliche Durchströmungsrichtung
  • zulässige Fließgeschwindigkeit
  • notwendige Vorbehandlung
  • Eignung der vorhandenen Leitfähigkeitsmessung
  • Regenerations- oder Austauschkonzept
  • erforderliche Spül- und Entsorgungswege

Anforderungen an den Aufstellort

Die Anlage benötigt einen ebenen, tragfähigen und frostfreien Aufstellort.

Zu berücksichtigen sind:

  • Aufstellfläche von ca. 1.000 × 600 mm
  • Anlagenhöhe von ca. 1.700 mm
  • zusätzliche Arbeitshöhe über den Patronen
  • ausreichende Tragfähigkeit des Bodens
  • gute Zugänglichkeit für Harzbefüllung und Harzwechsel
  • Ablaufmöglichkeit für Spül- und Entleerungswasser
  • Schutz vor Frost und direkter Sonneneinstrahlung
  • ausreichende Belüftung
  • Rohwasseranschluss DN15
  • VE-Wasseranschluss DN15
  • 230-V-Stromanschluss

Messgeräte, Ventile, Verteilerköpfe, Filtergehäuse und Probenahmestelle müssen für Bedienung und Wartung zugänglich bleiben.

Hinweise zur Inbetriebnahme und Bedienung

Vor der ersten Inbetriebnahme ist die Bedienungsanleitung vollständig zu lesen.

Beim Öffnen der Kugelhähne müssen die Armaturen langsam und schrittweise nacheinander betätigt werden. Dadurch werden Druckstöße und eine unnötige Belastung der Anlage vermieden.

Vor der Wasserfreigabe sind folgende Punkte zu kontrollieren:

  • richtige Ventilstellung für die gewählte Betriebsart
  • vollständig befüllte Patronen
  • vollständig entlüftete Drucktanks
  • dicht montierte Verteilerköpfe
  • geöffnete Absperrungen vor und nach dem Endfilter
  • geöffneter VE-Wasser-Ausgang
  • betriebsbereite Leitfähigkeitsmessgeräte
  • ausreichender Eingangsdruck
  • freie Durchströmung des Endfilters

Die Anlage darf nur in den in der Bedienungsanleitung beschriebenen Ventilstellungen betrieben werden.

Wartung und Instandhaltung

Regelmäßige Kontrollen und Wartungsarbeiten sind erforderlich, um die Betriebssicherheit und Wasserqualität dauerhaft zu erhalten.

Zu kontrollieren sind insbesondere:

  • Leitfähigkeitswerte
  • Funktion der Messgeräte
  • Zustand der Messsensoren
  • 0,2-µm-Filterkerze
  • Ventile und Umschaltarmaturen
  • Manometer
  • Verschraubungen und Dichtstellen
  • Verteilerköpfe
  • elektrische Komponenten
  • Sauberkeit der Anlage

Die Filterkerze ist abhängig von Wasserqualität, Betriebsdauer, Differenzdruck und hygienischen Anforderungen zu prüfen und auszutauschen.

Mindestens jährlich sollte eine Vergleichsmessung mit einem kalibrierten Leitfähigkeitsmessgerät durchgeführt werden. Ventile, Manometer, Armaturen und Messgeräte sind regelmäßig auf Funktion zu kontrollieren.

Wartungen, Harzwechsel, Messwerte und Störungen sollten in einem Betriebsprotokoll dokumentiert werden.

Hinweise zur Fehlersuche

Erforderliche Wasserqualität wird nicht erreicht

Folgende Punkte sind zu kontrollieren:

  • Sind die Drucktanks vollständig entlüftet?
  • Arbeiten die Leitfähigkeitsmessgeräte korrekt?
  • Wurde eine Vergleichsmessung durchgeführt?
  • Wie hoch ist die aktuelle Rohwasserleitfähigkeit?
  • Strömt ausreichend Wasser durch die aktive Patrone?
  • Ist das Mischbettharz erschöpft?
  • Ist die richtige Betriebsart eingestellt?
  • Befinden sich alle Ventile in der erforderlichen Stellung?
  • Ist der Endfilter frei durchgängig?
  • Wurde die Patrone nach dem Harzwechsel ausreichend gespült?

Undichtigkeit am Verteilerkopf

Folgende Punkte sind zu prüfen:

  • sitzt die Entlüftungsverschraubung korrekt?
  • ist die Entlüftungsverschraubung ausreichend angezogen?
  • sind Gewinde und Dichtflächen sauber?
  • befinden sich Harzkugeln an der Dichtung?
  • sitzt der O-Ring am Verteilerrohr ordnungsgemäß?
  • wurde der Verteilerkopf gerade und vollständig eingeschraubt?

Vor Arbeiten an einer undichten Verbindung muss die betreffende Patrone abgesperrt und vollständig drucklos gemacht werden.

Qualifiziertes Personal

Die Bedienung der Anlage kann durch entsprechend eingewiesenes Betriebspersonal erfolgen.

Eingriffe in den elektrischen Unterverteiler, die Messumformer oder die elektrische Verkabelung dürfen nur durch qualifiziertes Fachpersonal vorgenommen werden.

Vor Wartungsarbeiten sind:

  • die Anlage beziehungsweise die betreffende Patrone drucklos zu machen
  • die Wasserzuführung abzusperren
  • die Stromversorgung bei elektrischen Arbeiten zu trennen
  • unbeabsichtigtes Wiedereinschalten zu verhindern
  • die Bedienungs- und Sicherheitshinweise zu beachten

Technische Daten

Merkmal Wert
Artikelnummer 2MB50-AG
Mischbettpatronen 2 × MB50
Harzvolumen je Patrone 50 Liter
Gesamtes Harzvolumen 100 Liter
Harzlieferung 4 Säcke mit jeweils 25 Litern
Standardharz ION-TEC-PLUS A6K4
Lieferzustand der Patronen nicht mit Harz befüllt
Anlagenaufbau hydraulisch und elektrisch vormontiert
Kapazität je Patrone bei 300 µS/cm ca. 6.250 Liter
Kapazität je Patrone bei 600 µS/cm ca. 3.125 Liter
Rechnerische Gesamtkapazität bei 300 µS/cm ca. 12.500 Liter
Rechnerische Gesamtkapazität bei 600 µS/cm ca. 6.250 Liter
Betriebsarten Einzel-, Parallel- und Folgebetrieb
Leitfähigkeitsmessung 2 × SWAN mit Messumformer
Messbereich 0–200 µS/cm
Signalausgänge 2 × 4–20 mA
Endfilter 0,2 µm im 9-Zoll-Gehäuse
Probenahmestelle abflammbar
Sicherheitsventil 6 bar im Rohwasserzulauf
Verrohrung PVC-U PN16
Rohwasseranschluss DN15 / ½ Zoll
VE-Wasseranschluss DN15 / ½ Zoll
Elektrischer Anschluss 230 V
Rahmen Aluminium mit Stellfüßen und PP-Platte
Abmessungen B × T × H ca. 1.000 × 600 × 1.700 mm

Lieferumfang

  • vormontierte Doppel-Mischbettanlage auf Aluminiumrahmen
  • zwei wiederverwendbare MB50-Mischbettpatronen
  • vier Säcke mit jeweils 25 Litern A6K4-Mischbettharz
  • insgesamt 100 Liter Mischbettharz
  • PVC-U-Verrohrung PN16
  • Absperr- und Kreuzschaltungsarmaturen
  • zwei SWAN-Leitfähigkeitsmessgeräte
  • zwei Messumformer mit 4–20-mA-Ausgang
  • 0,2-µm-Filterkerze
  • 9-Zoll-Filtergehäuse
  • abflammbare Probenahmestelle
  • Sicherheitsventil im Rohwasserzulauf
  • elektrischer Unterverteiler mit Sicherungen
  • 230-V-Anschlusskabel
  • Aluminiumrahmen mit höhenverstellbaren Stellfüßen
  • PP-Montageplatte
  • Bedienungsanleitung mit Betriebs- und Wartungsvorschriften

Die bauseitigen Wasseranschlüsse, die elektrische Einbindung, die Harzbefüllung und die Inbetriebnahme am Aufstellort sind nicht Bestandteil des Lieferumfangs, sofern diese Leistungen nicht ausdrücklich zusätzlich vereinbart wurden.

Angaben zum Hersteller

SCHALLER Wassertechnische Industrieanlagen GmbH
Petersbergstr. 4
74909 Meckesheim

Telefon: 0 62 26 / 92 36 - 10
Fax: 0 62 26 / 92 36 - 36

Internet:

EAN: 2MB50-AG

WHG<br />Fachbetrieb WHG
Fachbetrieb