Membranautopsie Umkehrosmosemembrane

Art.Nr.: MA-UO-1E

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Produktbeschreibung

Membranautopsie für Umkehrosmosemembranen

Eine Membranautopsie dient der systematischen Ursachenanalyse bei Leistungsverlusten, Verblockungen oder Schäden an Umkehrosmosemembranen. Hierzu wird ein ausgewähltes Membranelement geöffnet, untersucht und hinsichtlich sichtbarer Schäden sowie vorhandener Ablagerungen beurteilt.

Die Untersuchung unterstützt dabei, zwischen mineralischen Ablagerungen, organischem Fouling, biologischer Belastung und mechanischen oder chemischen Schäden zu unterscheiden. Auf dieser Grundlage können geeignete Maßnahmen für die Reinigung, Voraufbereitung, Dosierung oder Betriebsweise der Umkehrosmoseanlage abgeleitet werden.

Wann ist eine Membranautopsie sinnvoll?

Eine Membranautopsie empfiehlt sich insbesondere bei:

  • deutlich sinkender Permeatleistung

  • steigendem Differenzdruck innerhalb einer Membranstufe

  • zunehmender Permeatleitfähigkeit oder nachlassendem Salzrückhalt

  • wiederkehrenden Ablagerungen nach einer Membranreinigung

  • ungewöhnlich kurzer Standzeit der Membranelemente

  • sichtbaren Verfärbungen oder Ablagerungen

  • Verdacht auf Scaling, Fouling, Biofouling oder chemische Schädigung

  • ungeklärten Schäden an mehreren Membranelementen

  • wiederholtem Ausfall neu eingesetzter Membranen

Die Autopsie ist besonders hilfreich, wenn eine Reinigung keine ausreichende Verbesserung erzielt hat oder die Ursache der Leistungsverschlechterung vor einer Neubestückung geklärt werden soll.

Untersuchungsumfang

Visuelle Begutachtung

Das eingesandte Membranelement wird zunächst äußerlich und nach dem Öffnen auch im Inneren begutachtet. Dabei werden unter anderem folgende Auffälligkeiten dokumentiert:

  • Verfärbungen und Ablagerungen

  • Beschädigungen der Membranlagen

  • Auffälligkeiten am Feed-Spacer

  • mechanische Verformungen

  • Hinweise auf Undichtigkeiten oder Materialschäden

  • ungleichmäßige Verschmutzungen innerhalb des Elements

Zerlegung des Membranelements

Das Membranelement wird geöffnet und die Wickelstruktur freigelegt. Dadurch können Membranoberflächen, Spacer und innere Bauteile gezielt untersucht werden.

Je nach Befund kommen geeignete mikroskopische, chemische oder physikalische Untersuchungsverfahren zur Beurteilung der Ablagerungen und Membranoberflächen zum Einsatz.

Analyse der Ablagerungen

Die vorhandenen Ablagerungen werden hinsichtlich ihrer möglichen Zusammensetzung und Ursache untersucht. Dabei können unter anderem Hinweise auf folgende Belastungen festgestellt werden:

  • Calciumcarbonat und andere mineralische Ablagerungen

  • Eisen-, Mangan- oder Aluminiumverbindungen

  • organische Stoffe und kolloidale Belastungen

  • biologische Ablagerungen und Biofilm

  • Feststoffe und Partikel

  • chemische oder oxidative Schädigungen

Die Auswahl und Aussagekraft der einzelnen Untersuchungsverfahren richten sich nach dem Zustand des Membranelements und der vorhandenen Ablagerungsmenge.

Auswertung und Bericht

Die Untersuchungsergebnisse werden ausgewertet und in einem Bericht zusammengefasst. Der Bericht enthält:

  • Dokumentation der festgestellten Auffälligkeiten

  • Beurteilung der Membranoberfläche und inneren Bauteile

  • Einordnung der vorhandenen Ablagerungen oder Schäden

  • Bewertung wahrscheinlicher Ursachen

  • Empfehlungen für Reinigung, Voraufbereitung oder Betriebsoptimierung

  • Hinweise zur Vermeidung vergleichbarer Schäden

Erforderliche Betriebsdaten

Für eine belastbare Ursachenbewertung sollte das Membranelement nicht isoliert betrachtet werden. Bitte stellen Sie möglichst folgende Informationen zur Verfügung:

  • Hersteller und genaue Typbezeichnung der Membran

  • Einbauposition innerhalb des Druckrohres und der Membranstufe

  • Betriebsdauer des Membranelements

  • Rohwasseranalyse

  • vorhandene Voraufbereitung

  • eingesetzte Dosierchemikalien und Dosiermengen

  • Betriebsdruck und Differenzdruck

  • Rohwasser-, Permeat- und Konzentratmenge

  • Ausbeute der Umkehrosmoseanlage

  • Leitfähigkeit von Rohwasser und Permeat

  • Wassertemperatur

  • bisherige Reinigungen und verwendete Reinigungsmittel

  • zeitlicher Verlauf der aufgetretenen Leistungsprobleme

Je vollständiger die Betriebsdaten vorliegen, desto genauer lassen sich Untersuchungsergebnisse und mögliche Ursachen miteinander verknüpfen.

Entnahme und Versand des Membranelements

Die Auswahl des zu untersuchenden Elements sollte möglichst vor der Entnahme abgestimmt werden. Die Einbauposition innerhalb der Anlage kann entscheidend sein, da sich Ablagerungen und Schäden zwischen der ersten und letzten Membranstufe deutlich unterscheiden können.

Für den Versand ist Folgendes zu beachten:

  • Membranelement eindeutig kennzeichnen

  • Einbauposition und Fließrichtung dokumentieren

  • Membran nach der Entnahme nicht austrocknen lassen

  • Element feucht und luftdicht verpacken

  • Verunreinigungen durch ungeeignete Verpackungsmaterialien vermeiden

  • Versand möglichst zeitnah nach der Entnahme durchführen

  • Betriebsdaten und Problembeschreibung beilegen

Die Membranautopsie ist ein zerstörendes Untersuchungsverfahren. Das geöffnete Membranelement kann anschließend nicht wieder in der Umkehrosmoseanlage eingesetzt werden.

Reinigung, Vorbeugung oder Membranaustausch

Die Autopsie zeigt, welche Maßnahmen für die übrigen Membranelemente und den weiteren Anlagenbetrieb sinnvoll sind. Abhängig vom Untersuchungsergebnis kann eine angepasste chemische Reinigung, eine Optimierung der Voraufbereitung oder ein Austausch der Membranen erforderlich sein.

Geeignete Membranreiniger für Umkehrosmoseanlagen stehen für mineralische Ablagerungen, organische Belastungen, Biofilm und weitere Foulants zur Verfügung. Informationen zur praktischen Durchführung finden Sie auf unserer Homepage unter Reinigung von Umkehrosmosemembranen.

Wird Scaling als Ursache festgestellt, sollten Rohwasseranalyse, Anlagenausbeute und die Funktion einer vorhandenen Enthärtung oder Antiscalant-Dosierung überprüft werden.

Ist eine Reinigung technisch nicht mehr sinnvoll, unterstützen wir bei der Auswahl geeigneter Ersatzmembranen. Weitere Informationen zum Austausch und zur technischen Auswahl finden Sie auf unserer Homepage unter Umkehrosmose- und Nanofiltrationsmembranen.

Technische Angaben

Merkmal Ausführung
Leistung Membranautopsie eines Umkehrosmose-Membranelements
Artikelnummer MA-UO-1E
Untersuchungsart Zerstörende Untersuchung
Untersuchungsgegenstand Eingesandtes Membranelement
Ergebnis Untersuchungsbericht mit Bewertung und Empfehlungen
Erforderlich Membranelement, Betriebsdaten und Problembeschreibung

Hinweis zur Aussagekraft

Die Untersuchung bildet den Zustand des eingesandten Membranelements und seiner Einbauposition ab. Für die Bewertung der gesamten Umkehrosmoseanlage müssen zusätzlich die Betriebsdaten, die Rohwasserqualität, die Voraufbereitung und der zeitliche Verlauf der Leistungsänderung berücksichtigt werden.

Eine Membranautopsie ermöglicht eine fundierte technische Ursachenbewertung. Sie kann jedoch nicht in jedem Fall eine einzige Ursache zweifelsfrei bestimmen, wenn mehrere Belastungen gleichzeitig vorliegen oder wichtige Betriebsdaten fehlen.

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