Lewatit S 100 G1

Zolltarifnummer: 39140000
Ursprungsland: Deutschland

Art.Nr.: S100G1LL

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EUR 289,48 - EUR 298,43
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Datenblätter

Produktbeschreibung

Lewatit S 100 G1 Ionenaustauscherharz

Lewatit S 100 G1 ist ein starksaures Kationenaustauscherharz in H-Form mit integriertem Indikatorfarbstoff. Das Harz wird in technischen Ionenaustauscheranwendungen eingesetzt, wenn Kationen aus dem Wasser entfernt und gegen Wasserstoffionen ausgetauscht werden sollen.

Die Besonderheit von Lewatit S 100 G1 ist der sichtbare Farbumschlag während der Beladung. Bei Erschöpfung des Austauschers verändert sich die Harzfarbe in Richtung Rot. Dadurch eignet sich das Harz besonders für Kleinfilter, Kontrollfilter und Anwendungen, bei denen der Erschöpfungszustand optisch erkennbar sein soll.

Starksaures Kationenaustauscherharz mit Indikator

Funktion im Ionenaustausch

Lewatit S 100 G1 ist ein starksaures Kationenaustauscherharz mit Sulfonsäuregruppen. In der Lieferform H+ nimmt das Harz Kationen aus dem Wasser auf und gibt dafür Wasserstoffionen ab.

Die H-Form ist für Entsalzungsprozesse relevant. In Kombination mit einer passenden Anionenaustauscherstufe können gelöste Salze aus dem Wasser entfernt und niedrige Leitfähigkeiten erreicht werden.

Lewatit S 100 G1 ist kein klassisches Enthärtungsharz in Natriumform. Es wird nicht primär für die Weichwassererzeugung durch Austausch von Calcium und Magnesium gegen Natrium eingesetzt, sondern als Kationenaustauscher in H-Form für Entsalzung, Kontrollanwendungen, Kondensatüberwachung und technische Standardanwendungen.

Indikatorfarbstoff und Farbumschlag

Lewatit S 100 G1 enthält einen Indikatorfarbstoff. Während der Beladung zeigt der Farbumschlag nach Rot die Erschöpfung des Austauschers sichtbar an.

Dadurch kann das Harz in geeigneten Kleinfiltern zur optischen Kontrolle der Salzbelastung eingesetzt werden. Besonders bei Kondensaten, Prozesswässern oder Kontrollfiltern kann die sichtbare Farbveränderung eine einfache zusätzliche Betriebsinformation liefern.

Der Farbumschlag ersetzt keine vollständige Wasseranalyse und keine Leitfähigkeitsmessung. Für die sichere Bewertung der Wasserqualität sollten weiterhin Leitfähigkeit, pH-Wert, Kationenbelastung, Anionenbelastung und die geforderte Zielwasserqualität geprüft werden.

Gelförmige Harzstruktur

Lewatit S 100 G1 besitzt eine gelförmige Matrix auf Basis von vernetztem Polystyrol. Gelförmige Kationenaustauscherharze sind für viele Standardanwendungen in Ionenaustauscheranlagen geeignet, wenn Wasserqualität, Hydraulik und Regeneration zur Harzcharakteristik passen.

Die gleichförmige Korngrößenverteilung unterstützt eine stabile Durchströmung des Harzbetts, eine gute Arbeitszone und eine gleichmäßige Beladung. Die chemische und mechanische Stabilität ist besonders relevant bei wiederkehrender Regeneration, Spülprozessen und längeren Betriebszeiten.

Die tatsächliche Standzeit hängt jedoch nicht nur vom Harz ab. Wasserqualität, Temperatur, Vorbehandlung, Volumenstrom, Schichthöhe, Regeneration und Anlagenhydraulik müssen zur Anwendung passen.

Abgrenzung zu anderen H-Form-Harzen

Lewatit S 100 G1 unterscheidet sich von anderen H-Form-Kationenaustauschern vor allem durch den integrierten Indikatorfarbstoff. Dieser ist besonders nützlich, wenn der Erschöpfungszustand optisch sichtbar gemacht werden soll.

Als gelförmiges Kationenaustauscherharz in H-Form ohne diese spezifische Indikatorfunktion kann zum Beispiel Jacobi Resinex K-8H geprüft werden. Als weiteres starksaures Kationenaustauscherharz in H-Form steht Lewatit MonoPlus S 108 H für monodisperse Anwendungen zur Verfügung.

Die Auswahl zwischen Lewatit S 100 G1, Lewatit MonoPlus S 108 H, Resinex K-8H oder einem anderen Kationenaustauscherharz hängt von Indikatorfunktion, Ionenform, Matrix, Korngrößenverteilung, Regeneration, Anlagenhydraulik und gewünschter Zielwasserqualität ab.

Einsatz in technischen Ionenaustauscheranlagen

Ionenaustauscheranlagen

Lewatit S 100 G1 kann in technischen Ionenaustauscheranlagen eingesetzt werden, wenn das Anlagenverfahren ein starksaures Kationenaustauscherharz in H-Form vorsieht. Auf unserer Homepage finden Sie weitere technische Informationen zu Ionenaustauscheranlagen und den verfahrenstechnischen Unterschieden zwischen Enthärtung, Entkarbonisierung, Vollentsalzung, Multistep-Anlagen und Mischbettfiltern.

Die Eignung hängt von Rohwasserzusammensetzung, Zielwasserqualität, Regenerationsverfahren, Harzkombination, Betriebsrichtung und Anlagenhydraulik ab. Lewatit S 100 G1 sollte deshalb nicht nur nach Harzname, sondern nach vorhandener Anlagenfunktion und Betriebsbedingungen ausgewählt werden.

Kondensatkontrolle und Kleinfilter

Lewatit S 100 G1 eignet sich besonders für Kleinfilter, Kontrollfilter und Anwendungen, bei denen die Erschöpfung des Kationenaustauschers optisch angezeigt werden soll.

Bei Kondensaten kann das Harz zur kontinuierlichen Untersuchung auf Salzbelastung eingesetzt werden. Der Farbumschlag liefert dabei eine sichtbare Zusatzinformation über den Beladungszustand des Austauschers.

Gerade bei Kondensat- und Kontrollanwendungen sind Temperatur, Leitfähigkeit, pH-Wert, Eisen- und Kupferanteile, Ammoniak, organische Belastung, Partikel und mögliche Prozessverunreinigungen besonders relevant. Die konkrete Eignung muss anhand der Anwendung und der vorhandenen Betriebsbedingungen geprüft werden.

Vollentsalzung und Prozesswasseraufbereitung

In Vollentsalzungsanlagen kann Lewatit S 100 G1 je nach Anlagenverfahren als Kationenaustauscherstufe eingesetzt werden. Für eine vollständige Entsalzung ist zusätzlich eine passende Anionenaustauscherstufe oder ein mehrstufiges Ionenaustauschersystem erforderlich.

Bei der Prozesswasseraufbereitung kann Lewatit S 100 G1 eingesetzt werden, wenn gelöste Kationen entfernt werden sollen und die H-Form zum vorhandenen Anlagenkonzept passt.

Ein einzelnes Kationenaustauscherharz in H-Form erzeugt allein kein vollentsalztes Wasser. Die Wasserqualität entsteht erst durch die Kombination mit der passenden Anionenstufe, einem Mischbettfilter oder weiteren Aufbereitungsverfahren.

Reinstwasseraufbereitung

Bei der Reinstwasseraufbereitung ist Lewatit S 100 G1 nur ein möglicher Baustein innerhalb eines mehrstufigen Anlagenkonzepts. Für sehr niedrige Leitfähigkeiten werden üblicherweise weitere Stufen benötigt, zum Beispiel Umkehrosmose, Anionenaustauscher, Mischbettfilter, EDI oder Polishing-Systeme.

Für stabile Reinstwasserqualität sind Zulaufleitfähigkeit, CO₂-Gehalt, Silikat, organische Belastung, Temperatur, Durchfluss, Betthöhe und Leitfähigkeitsüberwachung entscheidend.

Harztausch und Anlagenservice

Prüfung vor dem Harzwechsel

Bei einem Harzwechsel sollte nicht nur das Harz selbst betrachtet werden. Auch Behälter, Düsensystem, Verteiler, interne Verrohrung, Schichthöhen, Rückspülleistung, Spülwasserführung, Dichtungen, Armaturen und Betriebsdaten müssen zur Anwendung passen.

Auf unserer Homepage finden Sie weitere Informationen zu Service und Wartung von Wasseraufbereitungsanlagen. Bei einem Harztausch sollten insbesondere Düsensystem, Verteiler, Behälterzustand, Dichtungen, Schrauben, Armaturen und Betriebsdaten geprüft werden.

Ein technisch sauber vorbereiteter Harztausch reduziert das Risiko von Harzaustrag, Druckverlust, unvollständiger Regeneration, erhöhtem Ionenschlupf oder schwankender Wasserqualität.

Regeneration in H-Form

Lewatit S 100 G1 ist ein Kationenaustauscher in Wasserstoffform. Die Regeneration erfolgt in passenden Anlagen mit Säure, sofern das Anlagenverfahren dafür ausgelegt ist.

Regeneriermittelmenge, Konzentration, Kontaktzeit, Regeneriergeschwindigkeit, Spülwassermenge, Betriebsrichtung und Schichthöhe müssen zur Anlage passen. Eine unvollständige Regeneration kann zu Kapazitätsverlust, erhöhtem Kationenschlupf und instabiler Wasserqualität führen.

Der Umgang mit Regenerierchemikalien erfordert geeignete Anlagentechnik, Arbeitsschutz, Werkstoffauswahl und Abwasserbetrachtung.

Technische Daten

Merkmal Ausführung
Produkt Lewatit S 100 G1
Artikelnummer S100G1LL
Hersteller Lanxess
Verpackungseinheit 25 Liter Eimer
Gewicht 19 kg
Harztyp starksaures Kationenaustauscherharz
Lieferform H-Form
Funktionelle Gruppe Sulfonsäure
Matrix vernetztes Polystyrol
Struktur gelförmig
Farbe braun, Farbumschlag nach Rot bei Erschöpfung
Korngrößenverteilung gleichförmig
Kinetik sehr gute Kinetik
Material Styrol-Divinylbenzol-Copolymer
Eigenschaften chemisch und mechanisch sehr stabil
Besonderheit integrierter Indikatorfarbstoff
Hauptanwendung Kationenaustausch, Kondensatkontrolle, Kleinfilter, Entsalzung, Prozesswasseraufbereitung
Abgrenzung kein Enthärtungsharz in Na-Form, kein Anionenaustauscher, kein Mischbettharz, kein Selektivaustauscher

Besondere technische Eigenschaften

Lewatit S 100 G1 ist für Kationenaustauscheranwendungen mit optischer Erschöpfungsanzeige ausgelegt. Die Harzstruktur und der Indikatorfarbstoff können bei passender Anlagenhydraulik folgende Eigenschaften unterstützen:

  • sichtbarer Farbumschlag nach Rot bei Erschöpfung
  • einfache optische Kontrolle des Beladungszustands
  • Einsatzmöglichkeit in Kleinfiltern
  • kontinuierliche Kontrolle von Kondensaten auf Salzbelastung
  • hohe Kapazität
  • gute chemische Beständigkeit
  • gute mechanische Stabilität
  • gute osmotische Belastbarkeit
  • stabile Durchströmung im Harzbett
  • Verwendung in Standard-Kationenaustauscheranwendungen
  • Kombination mit passenden weiteren Ionenaustauscherharzen

Diese Eigenschaften setzen eine passende Anlagenkonstruktion voraus. Harzqualität und Farbumschlag ersetzen keine korrekt ausgelegte Hydraulik, keine geeignete Vorbehandlung und keine messtechnische Kontrolle der Wasserqualität.

Typische Anwendungen

Lewatit S 100 G1 kann in folgenden Anwendungen eingesetzt werden:

  • Kleinfilter zur Kondensatkontrolle
  • Kontrolle von Kondensaten auf Salzbelastung
  • technische Kationenaustauscheranwendungen
  • Entsalzungsanlagen
  • Prozesswasseraufbereitung
  • industrielle Wasseraufbereitung
  • Energie- und Dampferzeugungsanlagen nach technischer Prüfung
  • chemische Industrie nach technischer Prüfung
  • Metallindustrie nach technischer Prüfung
  • Kombination mit passenden weiteren Ionenaustauscherharzen

Die konkrete Eignung hängt von Rohwasserqualität, Zielwasserqualität, Volumenstrom, Temperatur, Harzkombination, Regenerationsverfahren, Anlagenbauart und Betriebsbedingungen ab.

Hinweise zur Auslegung

Die Auslegung einer Anlage mit Lewatit S 100 G1 hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Rohwasser- oder Kondensatzusammensetzung
  • Kationenbelastung
  • Anionenbelastung und nachgeschaltete Anionenstufe
  • gewünschte Leitfähigkeit oder Zielwasserqualität
  • gewünschte Kontrollfunktion durch Farbumschlag
  • Tagesverbrauch
  • Spitzenvolumenstrom
  • Filter- oder Behälterdurchmesser
  • Harzmenge und Betthöhe
  • Korngrößenverteilung im Verhältnis zum Düsensystem
  • Regenerationsmittel und Regeneriermenge
  • Kontaktzeit
  • Rückspülgeschwindigkeit
  • Spülwassermenge
  • Betriebs- und Regenerationsrichtung
  • Temperaturbelastung
  • vorhandene Vorbehandlung
  • vorhandene Anionenstufe oder weitere Harzschichten

Bei zu hoher Flächenbelastung, zu geringer Harzmenge, unpassender Betthöhe, beschädigtem Düsensystem oder unvollständiger Regeneration kann es zu Durchbruch, Kapazitätsverlust, Druckverlustproblemen oder schwankender Wasserqualität kommen.

Grenzen und Hinweise

Lewatit S 100 G1 ist ein starksaures Kationenaustauscherharz in H-Form. Es entfernt keine Anionen wie Chlorid, Sulfat, Nitrat, Hydrogencarbonat oder Silikat. Dafür ist eine passende Anionenaustauscherstufe oder ein anderes Verfahren erforderlich.

Das Harz ist nicht für eine klassische Enthärtung in Natriumform vorgesehen. Wenn Calcium und Magnesium gegen Natrium ausgetauscht werden sollen, ist ein Kationenaustauscher in Na-Form das passende Verfahren.

Lewatit S 100 G1 ist kein Mischbettharz. In Mischbettanwendungen muss es mit einem passenden Anionenaustauscher kombiniert und in einer dafür ausgelegten Anlage betrieben werden.

Der Farbumschlag zeigt den Beladungszustand optisch an, ersetzt aber keine Leitfähigkeitsmessung, keine Laboranalyse und keine verfahrenstechnische Bewertung der Zielwasserqualität.

Bei eisen- oder manganhaltigem Wasser, Trübung, organischer Belastung oder mikrobiologischen Auffälligkeiten kann das Harzbett verschmutzen oder verkeimen. In solchen Fällen sollte vor dem Einsatz oder vor einem Harztausch die Wasseranalyse geprüft und gegebenenfalls eine Vorbehandlung vorgesehen werden.

Angaben für Rückfragen

Für die Prüfung der passenden Harzmenge und Anwendung sind folgende Angaben hilfreich:

  • vorhandener Anlagentyp
  • Hersteller und Typenschild der Anlage
  • Filter- oder Behälterdurchmesser
  • Filter- oder Behälterhöhe
  • vorhandene Harzmenge
  • vorhandene Harzbezeichnung
  • Harzschichtung und weitere Harztypen
  • Rohwasseranalyse oder Kondensatanalyse
  • Zulaufleitfähigkeit
  • gewünschte Zielwasserqualität
  • gewünschte Endleitfähigkeit
  • gewünschte Kontrollfunktion durch Farbumschlag
  • Tagesverbrauch und Spitzenvolumenstrom
  • Temperaturbereich
  • Regenerationsmittel und Regeneriermenge
  • Steuerungstyp und Regenerationsverfahren
  • vorhandene Rückspülleistung
  • vorhandene Anionenstufe oder weitere Harzschichten
  • Anwendung, zum Beispiel Kondensatkontrolle, Vollentsalzung, Prozesswasser, Energieanlage oder Feinreinigung
  • ob nur Harz geliefert werden soll oder ein kompletter Harztausch geplant ist
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