Lewatit MP 62 WS

Art.Nr.: MP62WSLL

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Datenblätter

Produktbeschreibung

Lewatit MP 62 WS Anionenaustauscherharz

Lewatit MP 62 WS ist ein schwachbasisches, makroporöses Anionenaustauscherharz mit tertiären Amingruppen. Es wird in technischen Ionenaustauscheranlagen und speziellen Prozessanwendungen eingesetzt, wenn Anionen, bestimmte organische Inhaltsstoffe oder komplex gebundene Verbindungen im Rahmen eines passenden Anlagenverfahrens entfernt oder zurückgewonnen werden sollen.

Durch die niedrige Basizität, die makroporöse Polystyrol-Divinylbenzol-Matrix, die gleichförmige Korngrößenverteilung und die hohe chemische sowie mechanische Stabilität eignet sich Lewatit MP 62 WS besonders für Lewatit WS- und VWS-Systeme, Grundwasser- und Oberflächenwasserbehandlung, Prozessstromreinigung, Edelmetallrückgewinnung und spezielle Industrieanwendungen.

Schwachbasischer Anionenaustauscher mit tertiären Amingruppen

Funktion im Ionenaustausch

Lewatit MP 62 WS ist ein schwachbasisches Anionenaustauscherharz mit tertiären Amingruppen. Schwachbasische Anionenaustauscher arbeiten anders als starkbasische Anionenaustauscher und werden nicht pauschal für jede Vollentsalzungs- oder Reinstwasseranwendung eingesetzt.

Schwachbasische Anionenaustauscher können in geeigneten Anlagenverfahren zur Entfernung von starken Säuren beziehungsweise bestimmten Anionenbelastungen eingesetzt werden. Bei speziellen Anwendungen können auch organische Inhaltsstoffe, komplexe Verbindungen oder Prozessverunreinigungen eine Rolle spielen.

Die konkrete Austauschleistung hängt von Wasser- oder Prozessanalyse, pH-Wert, Anionenbelastung, organischer Belastung, Harzform, Regeneration, Kontaktzeit, Durchfluss und Zielqualität ab.

Niedrige Basizität

Lewatit MP 62 WS zeichnet sich durch eine niedrige Basizität aus. Diese Eigenschaft macht das Harz für spezielle Anwendungen interessant, bei denen nicht die klassische starkbasische Anionenentfernung im Vordergrund steht, sondern eine gezielte Wechselwirkung mit bestimmten Wasser- oder Prozessinhaltsstoffen.

Die niedrige Basizität kann bei ausgewählten Anwendungen Vorteile bieten, muss aber immer im Zusammenhang mit dem Anlagenverfahren bewertet werden. Lewatit MP 62 WS ist deshalb nicht als direkter Ersatz für starkbasische Anionenaustauscher wie Typ 1 oder Typ 2 zu verstehen.

Entscheidend ist, ob ein schwachbasisches Harz mit tertiären Amingruppen im vorhandenen Verfahren vorgesehen ist.

Makroporöse Harzstruktur

Lewatit MP 62 WS besitzt eine makroporöse Matrix auf Basis von vernetztem Polystyrol. Makroporöse Harze haben eine offenere innere Struktur als klassische Gelharze und sind für robuste Betriebsbedingungen, gute hydraulische Eigenschaften und stabile Austauschleistung ausgelegt.

Die spezielle Korngrößenverteilung unterstützt eine gleichmäßige Durchströmung des Harzbetts, niedrige Druckverluste und eine definierte Arbeitszone. Die mechanische Stabilität ist besonders relevant bei wiederkehrender Regeneration, Spülprozessen, höheren hydraulischen Belastungen und längeren Betriebszeiten.

Die tatsächliche Leistung hängt jedoch nicht nur vom Harz ab. Wasser- oder Prozessanalyse, pH-Wert, organische Belastung, Volumenstrom, Betthöhe, Regeneration, Temperatur, Spülung und Anlagenhydraulik müssen zur Anwendung passen.

Abgrenzung zu Lewatit MP 68

Lewatit MP 62 WS und Lewatit MP 68 gehören beide zu den schwachbasischen Anionenaustauscherharzen. Sie sind jedoch nicht automatisch austauschbar.

Die Auswahl zwischen Lewatit MP 62 WS und Lewatit MP 68 hängt von funktioneller Gruppe, Basizität, Matrix, Korngrößenverteilung, Anlagenfreigabe, Regeneration, Zielanwendung und vorhandener Prozesstechnik ab.

Lewatit MP 62 WS sollte deshalb nicht nur nach der allgemeinen Bezeichnung „schwachbasischer Anionenaustauscher“ ausgewählt werden. Maßgebend ist, ob genau dieser Harztyp zur Anwendung und zur bestehenden Anlage passt.

Abgrenzung zu starkbasischen Anionenaustauschern

Lewatit MP 62 WS ist schwachbasisch. Starkbasische Anionenaustauscher arbeiten mit quartären Ammoniumgruppen und werden typischerweise in Vollentsalzung, Reinstwasseraufbereitung, Mischbettfiltern, Dampferzeugung und Anwendungen mit hohen Anforderungen an Restanionen- oder Silikatwerte eingesetzt.

Als starkbasischer Typ-1-Anionenaustauscher kann zum Beispiel Lewatit M 500 geprüft werden. Als starkbasischer Typ-2-Anionenaustauscher steht Lewatit M 600 zur Verfügung. Für monodisperse Typ-1-Anwendungen kann Lewatit MonoPlus M 800 relevant sein.

Die Auswahl zwischen schwachbasischem und starkbasischem Anionenaustauscher hängt von Rohwasseranalyse, Anionenspektrum, Silikat, CO₂, organischer Belastung, pH-Wert, Regenerationsverfahren und Zielwasserqualität ab.

Kombination mit Kationenaustauschern

In Entsalzungs- und Spezialverfahren wird ein Anionenaustauscher häufig mit einer passenden Kationenaustauscherstufe kombiniert. Die Kationenaustauscherstufe entfernt positiv geladene Ionen. Die Anionenaustauscherstufe entfernt negativ geladene Ionen oder übernimmt eine spezielle Prozessfunktion.

Als starksaures, makroporöses Kationenaustauscherharz in H-Form kann zum Beispiel Lewatit MonoPlus SP 112 H geprüft werden, wenn Harztyp, Ionenform, Anlagenfreigabe und Verfahren dazu passen.

Ein einzelnes schwachbasisches Anionenaustauscherharz erzeugt allein kein vollentsalztes Wasser. Die gewünschte Wasserqualität entsteht erst durch die korrekte Kombination der Harze, die passende Regeneration und die richtige Anlagenhydraulik.

Einsatz in technischen Ionenaustauscheranlagen

Ionenaustauscheranlagen

Lewatit MP 62 WS kann in technischen Ionenaustauscheranlagen eingesetzt werden, wenn das Verfahren ein schwachbasisches, makroporöses Anionenaustauscherharz mit tertiären Amingruppen vorsieht. Auf unserer Homepage finden Sie weitere technische Informationen zu Ionenaustauscheranlagen und den verfahrenstechnischen Unterschieden zwischen Enthärtung, Entkarbonisierung, Vollentsalzung, Multistep-Anlagen und Mischbettfiltern.

Die Eignung hängt von Wasser- oder Prozesszusammensetzung, Zielqualität, Regenerationsverfahren, Betriebsrichtung, Harzschichtung und Anlagenhydraulik ab. Lewatit MP 62 WS sollte deshalb nicht nur nach Harzname, sondern nach vorhandener Anlagenfunktion und Betriebsbedingungen ausgewählt werden.

Lewatit WS- und VWS-Systeme

Lewatit MP 62 WS kann in Lewatit WS- und VWS-Systemen eingesetzt werden, wenn die Anlage auf diesen Harztyp und die entsprechende Betriebsweise ausgelegt ist.

Bei solchen Systemen sind Harzschichtung, Korngrößenverteilung, Dichteverhalten, Rückspülung, Regeneration und hydraulische Betriebsbedingungen besonders wichtig. Die Harzauswahl muss zur bestehenden Anlagenkonstruktion passen.

Ein Austausch gegen ein anderes Anionenaustauscherharz sollte deshalb nur nach Prüfung von Harztyp, Anlagenfreigabe, Düsensystem, Betriebsrichtung, Regeneration und Zielwerten erfolgen.

Grundwasser- und Oberflächenwasserbehandlung

Lewatit MP 62 WS kann in speziellen Verfahren zur Behandlung von Grundwasser und Oberflächenwasser eingesetzt werden. Dazu gehören Anwendungen, bei denen bestimmte Anionen, organische Inhaltsstoffe oder komplex gebundene Verbindungen entfernt werden sollen.

Die vorhandenen Produktangaben nennen unter anderem Anwendungen zur Entfernung von Chromaten, natürlicher organischer Materie und Schwermetallcyaniden. Solche Anwendungen sind verfahrenstechnisch anspruchsvoll und müssen immer anhand einer Wasseranalyse, Zielwerte und Prozessbedingungen geprüft werden.

Bei Grundwasser und Oberflächenwasser sind pH-Wert, Leitfähigkeit, organische Belastung, konkurrierende Ionen, Eisen, Mangan, Trübung, mikrobiologische Belastung und Vorbehandlung besonders relevant.

Prozessstromreinigung

Lewatit MP 62 WS kann für spezielle Prozessstromreinigungen eingesetzt werden, wenn die chemische Zusammensetzung des Prozessstroms zum Harz und zum Anlagenverfahren passt.

Die vorhandenen Angaben nennen unter anderem Entsäuerung organischer Prozessströme, Reinigung organischer Probenströme und Entfernung von Bisphenol A aus Abwasserströmen. Solche Anwendungen unterscheiden sich deutlich von klassischer Wasserenthärtung oder Standard-Vollentsalzung.

Vor dem Einsatz müssen Lösemittelverträglichkeit, Temperatur, pH-Wert, organische Belastung, Zielstoffe, Begleitstoffe, Regeneration und Entsorgung geprüft werden.

Rückgewinnung von Edelmetallen

Lewatit MP 62 WS kann in speziellen Verfahren zur Rückgewinnung von Edelmetallen eingesetzt werden, wenn diese in geeigneter chemischer Form vorliegen. Die vorhandenen Produktangaben nennen unter anderem Gold und Silber aus cyanidischen Lösungen.

Solche Anwendungen sind keine Standard-Wasseraufbereitung. Sie erfordern eine genaue Betrachtung von Chemie, Arbeitsschutz, Abwasser, Regeneration, Elution, Prozessführung und rechtlichen Anforderungen.

Die Eignung von Lewatit MP 62 WS muss in solchen Fällen anhand der Prozesslösung, Konzentrationen, Begleitstoffe und Zielrückgewinnung geprüft werden.

Vollentsalzung und Reinstwasseraufbereitung

In Vollentsalzungsanlagen kann ein schwachbasischer Anionenaustauscher je nach Verfahren eine Teilfunktion übernehmen. Für eine vollständige Entsalzung sind weitere Stufen erforderlich, insbesondere eine passende Kationenaustauscherstufe und gegebenenfalls eine starkbasische Anionenstufe oder ein Mischbettfilter.

Bei der Reinstwasseraufbereitung ist Lewatit MP 62 WS nur ein möglicher Baustein innerhalb eines mehrstufigen Anlagenkonzepts. Für sehr niedrige Leitfähigkeiten werden häufig mehrere Verfahren kombiniert, zum Beispiel Vorfiltration, Enthärtung oder Entkarbonisierung, Umkehrosmose, Kationenaustauscher, Anionenaustauscher, EDI, Mischbettfilter oder Polishing-Stufen.

Lewatit MP 62 WS sollte in Vollentsalzungs- oder Reinstwasseranwendungen nicht isoliert bewertet werden. Entscheidend ist, welche Funktion das Harz innerhalb der gesamten Aufbereitungskette übernimmt.

Multistep und Mischbettfilter

Bei Multistep-Anlagen werden mehrere funktionale Ionenaustauscherstufen in einem abgestimmten Verfahren kombiniert. Lewatit MP 62 WS kann dort nur eingesetzt werden, wenn eine schwachbasische Anionenstufe fachlich vorgesehen ist.

Bei Mischbettfiltern ist Lewatit MP 62 WS nicht als fertig gemischtes Mischbettharz zu verstehen. In Mischbett- oder Feinreinigungssystemen muss geprüft werden, ob Harztyp, Dichteverhalten, Trennverhalten, Regeneration und Harzkombination zum vorhandenen Anlagenaufbau passen.

Für sehr niedrige Restleitfähigkeiten oder Silikatgrenzwerte sind häufig starkbasische Anionenaustauscher oder definierte Mischbettkombinationen erforderlich. Die Eignung von Lewatit MP 62 WS muss deshalb anlagenspezifisch geprüft werden.

Kondensataufbereitung

In der Kondensataufbereitung kann Ionenaustausch je nach Kondensatqualität und Zielwerten zur Reinigung oder Feinreinigung eingesetzt werden. Lewatit MP 62 WS kann dort nur verwendet werden, wenn das Anlagenkonzept ausdrücklich eine schwachbasische Anionenaustauscherstufe vorsieht.

Bei Kondensatanwendungen sind Temperatur, Leitfähigkeit, pH-Wert, Ammoniak, Kohlensäure, Silikat, Eisen, Kupfer, Partikel, organische Belastung, Ölspuren und mögliche Prozessverunreinigungen kritisch. Die Auswahl des Harzes muss deshalb auf Wasseranalyse, Betriebsbedingungen und Anlagenverfahren abgestimmt werden.

Harztausch und Anlagenservice

Prüfung vor dem Harzwechsel

Bei einem Harzwechsel sollte nicht nur das Harz selbst betrachtet werden. Auch Behälter, Düsensystem, Verteiler, interne Verrohrung, Schichthöhen, Rückspülleistung, Spülwasserführung, Dichtungen, Armaturen und Betriebsdaten müssen zur Anwendung passen.

Auf unserer Homepage finden Sie weitere Informationen zu Service und Wartung von Wasseraufbereitungsanlagen. Bei einem Harztausch sollten insbesondere Düsensystem, Verteiler, Behälterzustand, Dichtungen, Schrauben, Armaturen und Betriebsdaten geprüft werden.

Ein technisch sauber vorbereiteter Harztausch reduziert das Risiko von Harzaustrag, Druckverlust, unvollständiger Regeneration, erhöhtem Ionenschlupf, Zielstoffdurchbruch oder schwankender Wasserqualität.

Regeneration schwachbasischer Anionenaustauscher

Lewatit MP 62 WS ist ein schwachbasischer Anionenaustauscher. Die Regeneration erfolgt nur in dafür ausgelegten Anlagen und muss zum eingesetzten Verfahren passen.

Regeneriermittel, Konzentration, Kontaktzeit, Regeneriergeschwindigkeit, Spülwassermenge, Betriebsrichtung und Schichthöhe müssen zur Anlage und zur Anwendung passen. Eine unvollständige Regeneration kann zu Kapazitätsverlust, erhöhtem Durchbruch oder instabiler Prozessqualität führen.

Der Umgang mit Regenerierchemikalien und Prozesslösungen erfordert geeignete Anlagentechnik, Arbeitsschutz, Werkstoffauswahl und Abwasserbetrachtung.

Technische Daten

Merkmal Ausführung
Produkt Lewatit MP 62 WS
Artikelnummer MP62WSLL
Hersteller Lanxess
Verpackungseinheit 25 Liter Sack
Gewicht 19 kg
Harztyp schwachbasischer Anionenaustauscher
Funktionelle Gruppe tertiäres Amin
Matrix vernetztes Polystyrol
Struktur makroporös
Farbe beige, opak
Korngrößenverteilung gleichförmig
Kinetik sehr gute Kinetik
Material Styrol-Divinylbenzol-Copolymere
Eigenschaften chemisch und mechanisch sehr stabil
Besonderheit niedrige Basizität
Hauptanwendung WS-/VWS-Systeme, Prozessstromreinigung, Spezialanwendungen, Grundwasser- und Oberflächenwasserbehandlung
Abgrenzung kein Kationenaustauscher, kein starkbasischer Anionenaustauscher, kein Mischbettharz, kein Selektivaustauscher für Standardanwendungen

Besondere technische Eigenschaften

Lewatit MP 62 WS ist für schwachbasische Anionenaustauscheranwendungen und spezielle Prozessaufgaben ausgelegt. Die makroporöse Harzstruktur und die tertiären Amingruppen können bei passender Anlagenhydraulik folgende Eigenschaften unterstützen:

  • niedrige Basizität
  • hohe Gesamt- und Betriebskapazität
  • hohe mechanische Stabilität
  • gute chemische Stabilität
  • gleichförmige Korngrößenverteilung
  • sehr gute Kinetik
  • Einsatz in Lewatit WS-Systemen
  • Einsatz in Lewatit VWS-Systemen
  • Behandlung von Grundwasser und Oberflächenwasser nach technischer Prüfung
  • Entfernung bestimmter organischer Inhaltsstoffe nach technischer Prüfung
  • Rückgewinnung von Edelmetallen aus geeigneten Prozesslösungen
  • Reinigung organischer Prozess- und Probenströme nach technischer Prüfung

Diese Eigenschaften setzen eine passende Anlagenkonstruktion voraus. Harzqualität allein ersetzt keine Wasser- oder Prozessanalyse, keine korrekt ausgelegte Hydraulik, keine geeignete Vorbehandlung und keine messtechnische Kontrolle der Zielqualität.

Typische Anwendungen

Lewatit MP 62 WS kann in folgenden Anwendungen eingesetzt werden:

  • Lewatit WS-Systeme
  • Lewatit VWS-Systeme
  • schwachbasische Anionenaustauscherstufen
  • Dekontaminierung von Grundwasser nach technischer Prüfung
  • Dekontaminierung von Oberflächenwasser nach technischer Prüfung
  • Entfernung von Chromaten nach technischer Prüfung
  • Entfernung natürlicher organischer Materie nach technischer Prüfung
  • Entfernung von Schwermetallcyaniden nach technischer Prüfung
  • Rückgewinnung von Gold aus cyanidischen Lösungen nach technischer Prüfung
  • Rückgewinnung von Silber aus cyanidischen Lösungen nach technischer Prüfung
  • Entsäuerung organischer Prozessströme nach technischer Prüfung
  • Entfernung von Bisphenol A aus Abwasserströmen nach technischer Prüfung
  • Reinigung organischer Probenströme nach technischer Prüfung
  • mehrstufige Ionenaustauscheranlagen mit schwachbasischer Anionenstufe

Die konkrete Eignung hängt von Wasser- oder Prozessqualität, Zielwerten, Volumenstrom, Temperatur, Harzkombination, Regenerationsverfahren, Anlagenbauart, Chemikalienverträglichkeit und Betriebsbedingungen ab.

Hinweise zur Auslegung

Die Auslegung einer Anlage mit Lewatit MP 62 WS hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Wasser- oder Prozessanalyse
  • Anionenbelastung
  • pH-Wert
  • Leitfähigkeit
  • organische Belastung
  • natürliche organische Materie
  • Chromatbelastung
  • Cyanidkomplexe
  • Zielstoffe und Begleitstoffe
  • gewünschte Zielqualität
  • Tagesverbrauch oder Prozessstrommenge
  • Spitzenvolumenstrom
  • Filter- oder Behälterdurchmesser
  • Harzmenge und Betthöhe
  • Korngrößenverteilung im Verhältnis zum Düsensystem
  • Regenerationsmittel und Regeneriermenge
  • Kontaktzeit
  • Rückspülgeschwindigkeit
  • Spülwassermenge
  • Betriebs- und Regenerationsrichtung
  • Temperaturbelastung
  • vorhandene Vorbehandlung
  • nachgeschaltete Aufbereitungsstufen
  • Werkstoffverträglichkeit bei Prozessströmen
  • rechtliche und arbeitssicherheitstechnische Anforderungen

Bei zu hoher Flächenbelastung, zu geringer Harzmenge, unpassender Betthöhe, beschädigtem Düsensystem, ungeeigneter Betriebsrichtung oder unvollständiger Regeneration kann es zu Durchbruch, Kapazitätsverlust, Druckverlustproblemen oder schwankender Zielqualität kommen.

Grenzen und Hinweise

Lewatit MP 62 WS ist ein schwachbasischer Anionenaustauscher. Es ist nicht mit einem starkbasischen Typ-1- oder Typ-2-Anionenaustauscher gleichzusetzen.

Das Harz ist kein Kationenaustauscher und entfernt keine Kationen wie Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium oder Eisen. Für diese Aufgabe ist eine passende Kationenaustauscherstufe erforderlich.

Lewatit MP 62 WS ist kein klassisches Enthärtungsharz. Wenn Calcium und Magnesium gegen Natrium ausgetauscht werden sollen, ist ein Kationenaustauscher in Na-Form das passende Verfahren.

Lewatit MP 62 WS ist kein fertig gemischtes Mischbettharz. In Mischbett- oder Feinreinigungsanwendungen muss es mit passenden weiteren Harzen kombiniert und in einer dafür ausgelegten Anlage betrieben werden.

Für sehr niedrige Restleitfähigkeiten, definierte Silikatgrenzwerte oder anspruchsvolle Reinstwasseranwendungen kann ein starkbasischer Anionenaustauscher oder eine definierte Mischbettkombination erforderlich sein.

Bei eisen- oder manganhaltigem Wasser, Trübung, Ölspuren, starker organischer Belastung oder mikrobiologischen Auffälligkeiten kann das Harzbett verschmutzen oder verkeimen. In solchen Fällen sollte vor dem Einsatz oder vor einem Harztausch die Analyse geprüft und gegebenenfalls eine Vorbehandlung vorgesehen werden.

Bei Prozesslösungen mit Lösemitteln, Cyanidkomplexen, Edelmetallen oder organischen Verbindungen müssen Chemikalienbeständigkeit, Arbeitsschutz, Abwasserbehandlung, Regeneration und Entsorgung gesondert bewertet werden.

Angaben für Rückfragen

Für die Prüfung der passenden Harzmenge und Anwendung sind folgende Angaben hilfreich:

  • vorhandener Anlagentyp
  • Hersteller und Typenschild der Anlage
  • Filter- oder Behälterdurchmesser
  • Filter- oder Behälterhöhe
  • vorhandene Harzmenge
  • vorhandene Harzbezeichnung
  • Harzschichtung und weitere Harztypen
  • Wasseranalyse oder Prozessanalyse
  • pH-Wert
  • Leitfähigkeit
  • Anionenbelastung
  • organische Belastung
  • Zielstoffe
  • Begleitstoffe
  • gewünschte Zielqualität
  • Tagesverbrauch oder Prozessstrommenge
  • Spitzenvolumenstrom
  • Temperaturbereich
  • Regenerationsmittel und Regeneriermenge
  • Steuerungstyp und Regenerationsverfahren
  • Gleichstrom- oder Gegenstromverfahren
  • vorhandene Rückspülleistung
  • vorhandene Kationenaustauscherstufe
  • vorhandene Vorbehandlung oder nachgeschaltete Aufbereitungsstufen
  • Anwendung, zum Beispiel WS-System, VWS-System, Grundwasserbehandlung, Prozessstromreinigung, Edelmetallrückgewinnung oder Spezialanwendung
  • ob ein schwachbasischer oder starkbasischer Anionenaustauscher in der bestehenden Anlage vorgesehen ist
  • ob nur Harz geliefert werden soll oder ein kompletter Harztausch geplant ist

 

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