Aktivkohle GAC B 830
Art.Nr.: AK-GAC-B-830
EUR 186,83 - EUR 162,44
Preis netto: EUR 136,50
inkl. 19 % USt
Mengenrabatt
| Anzahl | Einzelpreis | pro Liter |
|---|---|---|
| 1-9 | EUR 162,44 | EUR 3,19 |
| >= 10 | EUR 186,83 | EUR 3,66 |
Zahlungsweisen
Datenblätter
Datenblatt-RAVASOL-GAC-B-830.pdf (0.55 MB)
Produktbeschreibung
Aktivkohle GAC C B-830 für Wasseraufbereitung und Prozessanwendungen
Aktivkohle GAC C B-830 ist eine granulierte, dampfaktivierte Aktivkohle auf Basis bituminöser Steinkohle. Das Material wird als Adsorptionsmedium eingesetzt, wenn organische Stoffe, Geruchs- und Geschmacksstoffe, Chlor, Ozon, THM, AOX oder andere adsorbierbare Verbindungen aus Wasser oder geeigneten Prozessströmen reduziert werden sollen.
Durch die hohe innere Oberfläche und die robuste Kornstruktur eignet sich GAC C B-830 für Aktivkohlefilter, Prozesswasseranwendungen, Trinkwasseraufbereitung und industrielle Flüssigphasenbehandlung. Die tatsächliche Adsorptionsleistung hängt von Kontaktzeit, Durchfluss, Wasserzusammensetzung, Zielstoffen, Vorfiltration und Beladungszustand ab.
Einsatzbereich von GAC C B-830
GAC C B-830 wird als körnige Aktivkohle in der Wasser- und Prozessaufbereitung eingesetzt. Der Schwerpunkt liegt auf Adsorption und Reinigung von Flüssigkeiten, nicht auf mechanischer Partikelfiltration oder pH-Wert-Anhebung.
Typische Anwendungen:
- Trinkwasseraufbereitung
- Prozesswasseraufbereitung
- Abwasserbehandlung
- Reduzierung organischer Verbindungen
- Reduzierung von THM
- Reduzierung von AOX
- Entchlorung
- Entfernung von Ozon
- Geruchsverbesserung
- Geschmacksverbesserung
- Reinigung von Säurelösungen
- Reinigung stärkebasierter Süßstoffe
- Lebensmittelindustrie
- pharmazeutische und chemische Prozessströme
- Kondensatanlagen
- Lüftungs- und Klimatechnik bei geeignetem Anlagenkonzept
Die konkrete Eignung muss anhand von Medium, Zielstoff, Zielwert, Kontaktzeit und Betriebsbedingungen geprüft werden. Aktivkohle ist kein Universalfilter für alle Wasserprobleme.
Adsorption und thermische Reaktivierbarkeit
Die Wirkung von GAC C B-830 beruht auf Adsorption. Adsorbierbare Stoffe lagern sich an der inneren Oberfläche der Aktivkohle an. Mit zunehmender Beladung nimmt die freie Adsorptionskapazität ab.
Das Datenblatt beschreibt GAC B-830 als für ein breites Anwendungsspektrum geeignet und nennt eine mögliche thermische Reaktivierbarkeit. Das ist besonders bei industriellen Anwendungen relevant, wenn größere Aktivkohlemengen eingesetzt werden und ein Regenerations- oder Austauschkonzept wirtschaftlich bewertet werden soll.
Wichtige Einflussgrößen:
- Art der zu adsorbierenden Stoffe
- Konzentration im Zulauf
- Kontaktzeit im Aktivkohlebett
- Filtergeschwindigkeit
- Aktivkohlemenge
- Vorfiltration
- pH-Wert
- Temperatur
- konkurrierende Wasserinhaltsstoffe
- Standzeit und Beladungszustand
Eine Rückspülung entfernt Partikel, Abrieb und Ablagerungen, stellt aber die Adsorptionskapazität nicht wieder her. Bei erschöpfter Aktivkohle muss das Material ausgetauscht oder fachgerecht reaktiviert werden.
Abgrenzung zu Aktivkohle FA 100
Aktivkohle FA 100 ist ebenfalls eine Kornaktivkohle auf Steinkohlebasis. GAC C B-830 besitzt jedoch laut Produktseite eine höhere Jodzahl und eine höhere spezifische Oberfläche. Dadurch kann sie bei bestimmten Anwendungen eine höhere Adsorptionskapazität bieten.
FA 100 ist eine robuste Aktivkohle für typische Wasseraufbereitungsanwendungen wie Adsorption, Entchlorung sowie Geruchs- und Geschmacksverbesserung. GAC C B-830 ist stärker als hochwertige granulierte Aktivkohle für breitere industrielle und gewerbliche Anwendungen einzuordnen.
Die Auswahl zwischen FA 100 und GAC C B-830 sollte nicht nur nach Sackinhalt oder Preis erfolgen. Entscheidend sind Zielstoffe, Wasserqualität, Kontaktzeit, Filteraufbau, Standzeit, Reaktivierungskonzept und Anforderungen an EN 12915.
Abgrenzung zu Norit PK 1-3
Aktivkohle Norit PK 1-3 ist eine granulierte, dampfaktivierte Aktivkohle aus nachwachsendem Rohmaterial. GAC C B-830 basiert dagegen auf bituminöser Steinkohle.
Norit PK 1-3 ist laut Datenblatt hoch makroporös und besitzt eine deutlich geringere Dichte. GAC C B-830 hat eine höhere Dichte und wird als robuste granulierte Aktivkohle mit hoher Jodzahl und thermischer Reaktivierbarkeit beschrieben.
Für die Auswahl sind relevant:
- Rohstoffbasis
- Porenstruktur
- Jodzahl und Methylenblau-Index
- Dichte und Rückspülverhalten
- Zielstoffe
- Kontaktzeit
- gewünschte Standzeit
- Zertifizierungsanforderungen
- Austausch- oder Reaktivierungskonzept
Ein Wechsel zwischen Aktivkohlen sollte nur erfolgen, wenn Filterhydraulik, Zielstoffe und Wasserqualität zur neuen Aktivkohle passen.
Abgrenzung zu GAC C 830
Die Produktseite verweist auf GAC C 830 als verwandte Aktivkohle. GAC C B-830 besitzt den gleichen Kohlenstoffgehalt, basiert laut Produktbeschreibung jedoch auf Bitumen bzw. bituminöser Steinkohle.
GAC C 830 und GAC C B-830 sollten daher nicht allein über den Namen gleichgesetzt werden. Für die Auswahl sind Datenblatt, Rohstoffbasis, Aschegehalt, Dichte, Korngröße, Zielstoffspektrum und Betriebsweise zu prüfen.
Wenn eine bestehende Anlage bereits auf eine bestimmte Aktivkohle ausgelegt wurde, sollten vor einem Wechsel Kontaktzeit, Rückspülung, Bettvolumen und Zielqualität geprüft werden.
Abgrenzung zu mechanischen Filtermedien
GAC C B-830 ist ein Adsorptionsmedium. Es ist nicht mit mechanischen Filtermedien wie Quarzkies, Anthrazit oder Filter AG Plus zu verwechseln.
Bei Partikeln, Trübung oder Stützschichten ist je nach Filteraufbau ein gewaschener Quarzkies wie Quarzkies Filtersand 3,15–5,6 mm zu prüfen. Diese Körnung wird vor allem als Stützschicht eingesetzt und ist nicht mit Aktivkohle zu verwechseln.
Hydro-Anthrasit N wird als obere Filterschicht in Mehrschichtfiltern eingesetzt. Es dient vor allem der Trübstoff- und Flockenfiltration, nicht der gezielten Adsorption organischer Stoffe.
Filter AG Plus ist ein Filtermaterial zur Tiefenfiltration. Auch hier steht mechanische Filtration im Vordergrund. Wenn Chlor, Geruch, Geschmack, THM, AOX oder organische Verbindungen reduziert werden sollen, ist Aktivkohle die passende Materialgruppe.
Abgrenzung zu Entsäuerungsmaterialien
GAC C B-830 hebt keinen pH-Wert an und dient nicht zur Aufhärtung. Sie ist daher nicht mit Entsäuerungsmaterialien wie Calcite Calciumcarbonat, Semidol K1, Semidol K2, Akdolit Magno-Dol CM1, Akdolit Magno-Dol CM2, Akdolit Hydrolit CA oder Akdolit Hydrolit MG zu verwechseln.
Entsäuerungsmaterialien reagieren mit saurem Wasser, erhöhen pH-Wert und Härte und werden dabei verbraucht. GAC C B-830 arbeitet dagegen über Adsorption. Bei niedrigem pH-Wert, freier Kohlensäure oder Korrosivität muss ein Entsäuerungsmaterial geprüft werden.
Abgrenzung zu Greensand und BIRM
GAC C B-830 ist kein spezielles Filtermedium zur gezielten Entfernung von Eisen, Mangan oder Schwefelwasserstoff. Bei solchen Belastungen muss das Verfahren anhand der Wasseranalyse ausgewählt werden.
Bei Eisen, Mangan oder Schwefelwasserstoff ist Greensand Plus ein spezielles Filtermedium für entsprechende Greensand-Anlagen. Bei Greensand-Anlagen ist die vollautomatische kapazitätsgesteuerte Regeneration zu berücksichtigen.
BIRM Filtermaterial kann zur Reduzierung von Eisen und Mangan eingesetzt werden, benötigt aber passende Wasserbedingungen. Besonders wichtig sind ausreichender Sauerstoffanteil, geeigneter pH-Wert und passende Rohwasserqualität. Ohne ausreichende Oxidation ist die Wirkung nicht sicher vorhersagbar.
Aktivkohle kann in Wasseraufbereitungsanlagen nach einer Enteisenung, Entmanganung oder anderen Vorbehandlung als nachgeschaltete Adsorptionsstufe sinnvoll sein. Sie ersetzt diese Verfahren jedoch nicht.
Einsatz in Aktivkohlefiltern
GAC C B-830 kann in Aktivkohlefiltern eingesetzt werden. Die Filteranlage muss zur gewünschten Durchflussmenge, Kontaktzeit, Rückspülung und Zielqualität passen.
Wichtige Auslegungspunkte:
- Bettvolumen
- Filtergeschwindigkeit
- Leerbettkontaktzeit
- Aktivkohlemenge
- Vorfiltration
- Rückspülgeschwindigkeit
- Rückspülfreiraum
- Zielstoffe und Zielwerte
- Rohwasserqualität
- Standzeit
- Austausch- oder Reaktivierungskonzept
Wird die Aktivkohle zu schnell durchströmt, kann die Adsorptionsleistung sinken. Wird sie ohne geeignete Vorfiltration betrieben, können Partikel, Eisenflocken oder Trübstoffe das Bett hydraulisch belasten und die nutzbare Standzeit verkürzen.
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Produkt | Aktivkohle GAC C B-830 |
| Artikelnummer | AK-GAC-B-830 |
| Produkttyp | granulierte Aktivkohle |
| Rohstoffbasis | bituminöse Steinkohle |
| Aktivierung | Dampfaktivierung |
| Anwendung | Flüssigphase, Wasser, Prozessströme, Luft/Gas bei geeignetem Anlagenkonzept |
| Verpackungseinheit | 51 l Sack |
| Gewicht | 25 kg |
| Lieferzeit | ca. 1–2 Wochen |
| Jodzahl | > 1.000 mg/g |
| Methylenblau-Index | > 200 mg/g |
| Säurelösliche Asche | < 8 % |
| Aschegehalt | < 13 % |
| Feuchte verpackt | < 5 % |
| Abrieb 750 Hübe | < 10 |
| Abrieb 1.500 Hübe | < 15 |
| Korngröße | 8 × 30 mesh > 95 % |
| Wirksame Korngröße | 0,8–1,0 mm |
| Gleichförmigkeitskoeffizient | < 1,7 |
| Dichte nach Rückspülen und Entwässern | 475 ± 25 kg/m³ |
| Oberfläche laut Produktseite | 1.050 m²/g |
| pH-Wert laut Produktseite | 5–8 |
| Norm / Standard | EN 12915 |
| Datenblatt | Datenblatt-RAVASOL-GAC-B-830.pdf |
Rückspülung und Inbetriebnahme
Nach dem Befüllen eines Aktivkohlefilters muss GAC C B-830 gründlich gespült werden. Dabei werden Staubanteile, Abrieb und lose Feinteile ausgespült. Die Inbetriebnahme sollte erst erfolgen, wenn das Spülwasser ausreichend klar ist und die Anlage hydraulisch stabil läuft.
Wichtige Punkte:
- Aktivkohle sauber einfüllen
- Steigrohr und Verteilsystem schützen
- ausreichenden Rückspülfreiraum beachten
- Rückspülung nach Neubefüllung durchführen
- Klarspülung bis zum klaren Ablauf durchführen
- auf Materialaustrag achten
- Filtratqualität nach Inbetriebnahme prüfen
- Betriebsdaten dokumentieren
Bei bestehenden Filtern ist vor dem Austausch zu prüfen, ob Tankgröße, Verteilsystem, Rückspülleistung und Aktivkohlemenge zur neuen Füllung passen.
Vorfiltration und Schichtaufbau
Aktivkohle sollte möglichst nicht als erste Stufe bei stark partikelbelastetem Wasser eingesetzt werden. Trübstoffe, Sand, Eisenflocken oder Schwebstoffe können das Aktivkohlebett belasten und den Druckverlust erhöhen.
Je nach Rohwasserqualität kann eine vorgeschaltete Filtration erforderlich sein. Für Stützschichten oder Filteraufbau kann Quarzkies relevant sein. In GFK-Drucktanks oder größeren Filtern sollte geprüft werden, ob eine geeignete Stützschicht, ein funktionierender Filterstern oder ein passendes Verteilsystem vorhanden ist.
Für das Befüllen von GFK-Drucktanks kann ein Einfülltrichter hilfreich sein. Nach dem Befüllen muss die Anlage rückgespült und klar gespült werden.
Standzeit und Austausch
Die Standzeit von GAC C B-830 ist nicht pauschal festlegbar. Sie hängt von Belastung, Zielstoffspektrum, Kontaktzeit und Betriebszustand der Anlage ab. Wenn die Adsorptionskapazität erschöpft ist, können Zielstoffe durchbrechen.
Ein Austausch ist zu prüfen, wenn:
- Geruch oder Geschmack wieder auftreten
- Chlor oder Ozon nach der Aktivkohle messbar wird
- organische Parameter ansteigen
- THM oder AOX nicht mehr ausreichend reduziert werden
- Druckverlust deutlich steigt
- Aktivkohle biologisch oder hydraulisch auffällig wird
- die geplante Standzeit erreicht ist
Eine Rückspülung entfernt zurückgehaltene Partikel, stellt aber die Adsorptionskapazität nicht wieder her. Die Wasserqualität muss deshalb regelmäßig kontrolliert werden.
Trinkwasser- und Prozesswasseranwendungen
GAC C B-830 erfüllt laut Datenblatt die Anforderungen der EN 12915. Für Trinkwasseranwendungen ist dennoch nicht nur das Filtermaterial entscheidend. Auch Filterbehälter, Armaturen, Dichtungen, Betriebsweise, Standzeiten, Rückspülung und hygienische Bedingungen müssen zur Anwendung passen.
Bei Prozesswasseranwendungen sind Zielstoff, Medium, Temperatur, pH-Wert, organische Belastung und mögliche Wechselwirkungen zu prüfen. Bei chemischen Prozessströmen, Säurereinigung, Lebensmittelanwendungen oder pharmazeutischen Anwendungen sollte die Eignung anhand der konkreten Prozessdaten bewertet werden.
Handhabung und Lagerung
Aktivkohle sollte trocken gelagert und vor Verunreinigung geschützt werden. Staubentwicklung beim Befüllen ist zu vermeiden. Die Verpackung sollte bis zur Verwendung geschlossen bleiben.
Wichtige Hinweise:
- trocken lagern
- Verpackung geschlossen halten
- Staubentwicklung vermeiden
- Material sauber einfüllen
- geeignete persönliche Schutzausrüstung verwenden
- Zündquellen und Staub-Luft-Gemische vermeiden
- nicht mit starken Oxidationsmitteln verunreinigen
- nicht mit ungeeigneten Chemikalien zusammenlagern
- Filteranlage nach Befüllung gründlich rückspülen
- Wasserqualität nach Inbetriebnahme prüfen
Die Angaben aus dem Sicherheitsdatenblatt sind zusätzlich zu beachten.
Grenzen von GAC C B-830
GAC C B-830 entfernt nicht alle Wasserinhaltsstoffe. Sie ist nicht zur gezielten Entfernung von Härte, Nitrat, Ammonium, Eisen, Mangan oder gelösten Salzen vorgesehen.
Bei Brunnenwasser muss vor dem Einsatz geprüft werden, ob Eisen, Mangan, Trübung, organische Belastung, niedriger pH-Wert oder Keime vorhanden sind. Wenn Eisen und Mangan erhöht sind, sollte zuerst das passende Enteisenungs- oder Entmanganungsverfahren bewertet werden.
Aktivkohle ist außerdem keine Desinfektionsstufe. Sie kann keine gesicherte Keimfreiheit herstellen und sollte bei Trinkwasseranwendungen hygienisch sorgfältig betrieben werden.
Angaben für die technische Prüfung
Für die Auswahl und Auslegung von GAC C B-830 sind folgende Angaben hilfreich:
- Anwendung: Trinkwasser, Prozesswasser, Abwasser, Säurereinigung, Lebensmittel- oder Chemieprozess
- Rohwasseranalyse oder Mediumbeschreibung
- zu reduzierende Zielstoffe
- Chlor, Ozon, THM oder AOX
- Geruch, Geschmack oder organische Belastung
- DOC/TOC
- gewünschter Durchfluss
- vorhandene Filteranlage
- Tankgröße und Füllmenge
- vorhandene Stützschicht
- Rückspülleistung
- Rückspülfreiraum
- Abwasseranschluss für Rückspülung
- gewünschte Kontaktzeit
- gewünschte Standzeit
- Betriebszeiten und Stillstandszeiten
- hygienische Anforderungen
- Anforderungen an Reaktivierung oder Entsorgung
Ohne diese Angaben lässt sich nicht sicher beurteilen, ob GAC C B-830 das passende Aktivkohlegranulat ist oder ob eine andere Aktivkohle bzw. ein anderes Verfahren erforderlich wird.
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