Häufige Fragen zu Enthärtungsanlagen
Auswahl und Auslegung
Welche Enthärtungsanlage ist für meine Anwendung passend?
Die passende Enthärtungsanlage richtet sich nach Rohwasserhärte, gewünschter Resthärte, maximalem Durchfluss, täglichem Wasserverbrauch und Einsatzbereich.
Bei gewerblichen und technischen Anwendungen ist zusätzlich entscheidend, wofür das enthärtete Wasser verwendet wird. Typische Anwendungen sind Spültechnik, Maschinenversorgung, Dampferzeuger, Kühlkreisläufe, Prozesswasser oder nachgeschaltete Aufbereitungsanlagen.
Für eine belastbare Auslegung sollte die Anlage nicht nur nach Anschlussgröße oder Personenanzahl ausgewählt werden. Entscheidend ist, ob die Anlage den benötigten Durchfluss liefern kann und ausreichend Kapazität bis zur nächsten Regeneration besitzt.
Welche Angaben werden für die Auslegung benötigt?
Für eine sinnvolle Auslegung benötigen wir vor allem folgende Angaben:
| Merkmal |
Bedeutung |
| Rohwasserhärte |
Grundlage für Kapazität, Salzverbrauch und Regenerationshäufigkeit |
| Gewünschte Resthärte |
Bestimmt, wie stark enthärtet werden soll |
| Maximaler Durchfluss |
Entscheidend für die passende Anlagengröße |
| Täglicher Wasserverbrauch |
Wichtig für Regenerationsintervalle und Betriebskosten |
| Einsatzbereich |
Relevant für die benötigte Wasserqualität |
| Betriebsdruck |
Wichtig für Betrieb und Regeneration |
| Anschlussbedingungen |
Relevant für Einbau, Abwasser und Stromversorgung |
Je genauer diese Angaben vorliegen, desto zuverlässiger lässt sich die passende Enthärtungsanlage auswählen.
Ist eine Enthärtung bei sehr hoher Rohwasserhärte sinnvoll?
Bei sehr hoher Rohwasserhärte ist eine klassische Enthärtung nur begrenzt sinnvoll. Ab etwa 35 °dH wird die Enthärtung in der Praxis problematisch, weil die entstehende Natrium- bzw. Salzfracht sehr hoch wird und das Ionenaustauscherharz die Härte nicht mehr sinnvoll tauscht.
In solchen Fällen sollte geprüft werden, ob eine andere Verfahrenskombination technisch und wirtschaftlich sinnvoller ist.
Resthärte und Wasserqualität
Welche Resthärte ist sinnvoll?
Die sinnvolle Resthärte hängt vom Einsatzbereich ab. In vielen technischen Anwendungen wird keine vollständige Enthärtung auf 0 °dH benötigt. Häufig ist eine definierte Resthärte sinnvoller, um Kalkablagerungen zu reduzieren und gleichzeitig unnötig hohe Natriumwerte im aufbereiteten Wasser zu vermeiden.
Bei nachgeschalteten Anlagen oder technischen Vorgaben kann jedoch eine sehr niedrige Resthärte erforderlich sein. Entscheidend ist immer die jeweilige Anwendung.
Wird das Wasser durch eine Enthärtungsanlage salzig?
Bei der Enthärtung werden Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen ausgetauscht. Dadurch steigt der Natriumgehalt im Wasser. Je höher die Rohwasserhärte ist und je stärker enthärtet wird, desto höher wird die Natrium- bzw. Salzfracht im aufbereiteten Wasser.
Ob das Wasser salzig schmeckt, ist individuell unterschiedlich. Bei gewerblichen und technischen Anwendungen spielt der Geschmack meist nur eine untergeordnete Rolle. Wird das Wasser getrunken, kann eine starke Enthärtung geschmacklich wahrnehmbar sein.
Ist eine Enthärtungsanlage für Trinkwasser geeignet?
Unsere Enthärtungsanlagen werden überwiegend für gewerbliche, technische und industrielle Anwendungen eingesetzt. Eine Nutzung im Trinkwasserbereich ist grundsätzlich möglich, wenn die Anforderungen der Trinkwasserverordnung und die örtlichen Installationsvorgaben eingehalten werden.
Bei sehr hoher Rohwasserhärte muss insbesondere der Natriumgehalt nach der Enthärtung beachtet werden.
Einbau und Aufstellung
Wo wird die Enthärtungsanlage eingebaut?
Die Enthärtungsanlage wird in die Wasserleitung eingebunden. In der Regel erfolgt der Einbau nach Wasserzähler, Systemtrenner und vorhandenem Feinfilter.
Der Aufstellort sollte trocken, frostfrei, gut belüftet und gut zugänglich sein. Zusätzlich werden ein Stromanschluss und ein Abwasseranschluss für die Regeneration benötigt.
Welche Betriebsbedingungen müssen eingehalten werden?
Der Zulaufdruck sollte zwischen 3 und 8 bar liegen. Ein Mindestdruck von 3 bar ist wichtig, damit die Sole bei der Regeneration zuverlässig eingesaugt wird.
Je nach Betriebszustand, Alter der Anlage und Wasserqualität ist mit einem Druckverlust von etwa 0,5 bis 1 bar zu rechnen.
Die angegebene Betriebstemperatur bezieht sich auf die Wassertemperatur. Wassertemperaturen über 30 °C sollten aus hygienischen Gründen vermieden werden. Höhere Umgebungstemperaturen können bei stehendem Wasser dazu führen, dass sich das Wasser in der Anlage erwärmt.
Welche Luftfeuchtigkeit ist am Aufstellort zulässig?
Netzteil und Elektronik sollten nicht dauerhaft hoher Feuchtigkeit ausgesetzt werden. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 90 bis 95 % sollte nur kurzfristig auftreten.
Feuchte Keller, Schächte oder dauerhaft sehr feuchte Aufstellorte sind zu vermeiden.
Welche Schutzart haben die Anlagen?
Die Enthärtungsanlagen haben die Schutzart IP54.
Haben die Anlagen eine CE-Kennzeichnung?
Ja, die Enthärtungsanlagen verfügen über eine CE-Kennzeichnung.
Wie hoch ist der Stromverbrauch?
Das Netzteil des Zentralsteuerventils hat 0,35 Ah. Bei einer Doppelanlage liegt der Wert bei 0,7 Ah.
Vorfilter und Installation
Ist ein vorgeschalteter Feinfilter erforderlich?
Normalerweise wird kein zusätzlicher Vorfilter direkt vor der Enthärtungsanlage benötigt, wenn in der Installation bereits ein geeigneter Feinfilter vorhanden ist.
Bei übermäßiger Verschmutzung durch das Leitungsnetz oder bei schlechter Rohwasserqualität sollte im Einzelfall geprüft werden, ob ein zusätzlicher Filter sinnvoll ist.
Kann die Enthärtungsanlage selbst eingebaut werden?
Der Einbau sollte fachgerecht in die Wasserleitung erfolgen. Technisch versierte Personen können die Montage mit geeigneter Anleitung grundsätzlich selbst durchführen.
Bei Trinkwasserinstallationen oder komplexeren gewerblichen Anwendungen empfehlen wir die Installation durch einen Fachbetrieb, insbesondere wegen Anschluss, Absicherung, Abwasserführung und Einhaltung der örtlichen Vorgaben.
Regeneration und Betrieb
Wie regeneriert die Enthärtungsanlage?
Die Regeneration erfolgt automatisch über den Wasserzähler im Zentralsteuerventil. Dabei wird das Ionenaustauscherharz mit Salzlösung regeneriert, damit es wieder Calcium- und Magnesiumionen aufnehmen kann.
Die Regeneration besteht im Wesentlichen aus Rückspülen, Besalzen und Waschen. Zur Regeneration werden handelsübliche Salztabletten verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen Vollbesalzung und Sparbesalzung?
Bei der Vollbesalzung werden 200 g Salz pro Liter Ionenaustauscherharz eingesetzt. Daraus ergibt sich der Kapazitätsfaktor 4.
Bei der Sparbesalzung werden 120 g Salz pro Liter Ionenaustauscherharz eingesetzt. Daraus ergibt sich der Kapazitätsfaktor 3.
Die Sparbesalzung reduziert den Salzverbrauch, verringert jedoch die Kapazität der Anlage um etwa 25 %. Außerdem kann die Resthärte im Ausgangswasser etwas höher ausfallen.
Wird das Spülwasser weiterverwendet?
Nein. Das Spülwasser aus der Regeneration kann nicht weiterverwendet werden und muss in den Abwasseranschluss geleitet werden.
Der reine Spülwasserverbrauch liegt bei etwa 10 Litern pro Liter Harz. Je nach Rohwasserqualität und Rückspülbedarf kann der tatsächliche Verbrauch abweichen.
Wie oft muss Salz nachgefüllt werden?
Das hängt von Wasserverbrauch, Rohwasserhärte, gewünschter Resthärte und Anlagengröße ab. Je härter das Rohwasser und je höher der Verbrauch, desto häufiger regeneriert die Anlage und desto höher ist der Salzverbrauch.
Der Salzvorrat sollte regelmäßig kontrolliert und rechtzeitig nachgefüllt werden.
Benötigt die Anlage dauerhaft Strom?
Ja. Die Steuerung sollte dauerhaft mit Strom versorgt werden, damit der Wasserverbrauch korrekt erfasst und die Regeneration zuverlässig ausgelöst werden kann.
Verhalten bei Stromausfall
Was passiert bei Stromausfall?
Während eines Stromausfalls kann die Enthärtungsanlage weiterhin Weichwasser liefern, sofern Wasser entnommen wird. Die Steuerung erfasst in dieser Zeit jedoch keinen Wasserverbrauch. Dadurch wird keine Kapazität vom verbleibenden Vorrat der Anlage abgezogen.
Wenn während des Stromausfalls Wasser entnommen wurde, sollte die Enthärtungsanlage nach Wiederkehr der Stromversorgung von Hand regeneriert werden. So wird verhindert, dass die rechnerische Restkapazität nicht mehr zum tatsächlichen Verbrauch passt.
Wurde während des Stromausfalls kein Wasser entnommen, ist in der Regel keine manuelle Regeneration erforderlich.
Überwachung und Zubehör
Gibt es eine Salztanküberwachung?
Eine Füllstandsüberwachung des Salztanks kann grundsätzlich über einen Schwimmerschalter realisiert werden. In der Praxis ist diese Lösung jedoch störanfällig, zum Beispiel durch falsche Positionierung nach dem Nachfüllen, Beschädigung des Schwimmers oder Salzverkrustungen.
Deshalb setzen wir diese Lösung standardmäßig nicht ein. Auf Wunsch kann eine Füllstandsüberwachung angeboten oder bauseits nachgerüstet werden.
Kann die Anlage die Rohwasserhärte automatisch messen?
Eine automatische Rohwasserhärtemessung mit direkter Regelung des Zentralsteuerventils ist nicht vorgesehen.
Möglich ist eine separate Härtemessung über externe Messgeräte. In der Praxis ist eine Resthärteüberwachung nach der Enthärtungsanlage meist sinnvoller. Dabei wird kontrolliert, ob die gewünschte Wasserqualität nach der Anlage eingehalten wird.
Solche Messsysteme verursachen zusätzlichen Wartungsaufwand. Sensoren oder Titrationsgeräte müssen regelmäßig gewartet werden und können je nach Wasserbeschaffenheit störanfällig sein.
Gibt es eine Desinfektionseinrichtung?
Eine Desinfektionseinrichtung kann optional eingesetzt werden. Sie kann einer zunehmenden Verkeimung im System entgegenwirken.
Bei bereits stark verkeimtem Rohwasser oder bei hygienischen Grenzwertüberschreitungen ist sie jedoch nicht als alleinige Desinfektionsmaßnahme geeignet, da die erzeugte Chlorkonzentration gering ist.
Grenzen der Enthärtung
Entfernt eine Enthärtungsanlage Eisen, Mangan oder Trübstoffe?
Nein. Eine klassische Enthärtungsanlage ist für die Reduzierung der Wasserhärte ausgelegt.
Eisen, Mangan, Trübstoffe, Geruch, Färbung oder Keime werden dadurch nicht zuverlässig entfernt. Dafür sind je nach Wasseranalyse andere Aufbereitungsverfahren erforderlich.
Kann eine Enthärtungsanlage bei Brunnenwasser eingesetzt werden?
Grundsätzlich kann eine Enthärtungsanlage auch bei Brunnenwasser eingesetzt werden. Vorher muss jedoch geprüft werden, ob Eisen, Mangan, Trübstoffe, Ammonium, ein niedriger pH-Wert oder mikrobiologische Belastungen vorhanden sind.
Diese Stoffe können die Enthärtungsanlage beeinträchtigen oder eine vorgeschaltete Aufbereitung erforderlich machen.
Wann ist eine andere Aufbereitungstechnik sinnvoller?
Eine andere oder zusätzliche Aufbereitungstechnik kann erforderlich sein, wenn nicht nur die Wasserhärte reduziert werden soll.
Das gilt zum Beispiel bei Anforderungen an sehr niedrige Leitfähigkeit, Teilentsalzung, Vollentsalzung, Reinstwasser, Eisen- und Manganentfernung, pH-Wert-Korrektur oder mikrobiologische Absicherung.
Je nach Anwendung kommen zum Beispiel Umkehrosmose, Nanofiltration, Vollentsalzung, Filtration, Neutralisation oder UV-Desinfektion infrage.
Wartung und Kontrolle
Welche Kontrollen sind regelmäßig sinnvoll?
| Merkmal |
Kontrolle |
| Salzvorrat |
ausreichend Salz im Salztank vorhanden |
| Resthärte |
gewünschte Wasserqualität nach der Anlage |
| Einstellungen |
passende Kapazität und Regeneration |
| Abwasseranschluss |
freie Ableitung des Spülwassers |
| Allgemeiner Zustand |
Dichtheit, Leitungen, Verschmutzung, Funktion |
Wie wartungsintensiv ist eine Enthärtungsanlage?
Der laufende Aufwand ist überschaubar. Wichtig sind die regelmäßige Kontrolle des Salzvorrats, die Prüfung der Resthärte und eine fachgerechte Wartung je nach Einsatzbereich und Wasserqualität.
Eine regelmäßige Kontrolle hilft, Störungen frühzeitig zu erkennen und die gewünschte Wasserqualität dauerhaft einzuhalten.