Chemikalien für die Wasseraufbereitung
Chemikalien für die Wasseraufbereitung
In dieser Kategorie finden Sie Antiscalant, Desinfektionsmittel, Natriumhydroxid NaOH, Umkehrosmose-Membranreiniger, Kaliumpermanganat, Calciumchlorid-Lösung, Produkte zur Konditionierung von Kühl- und Kesselwasser sowie passende Dosiertechnik.
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Chemikalien für Wasseraufbereitungsanlagen richtig auswählen
Warum Chemikalien gezielt ausgewählt werden müssen
Chemikalien in der Wasseraufbereitung sind Betriebsstoffe. Sie müssen zur vorhandenen Anlage, zur Wasseranalyse, zur Dosiertechnik und zum gewünschten Zielwert passen. Eine falsche Chemikalie oder eine ungeeignete Dosierung kann die Wasserqualität verschlechtern, Membranen beschädigen, Filtermaterial beeinträchtigen oder Korrosion und Ablagerungen begünstigen.
Deshalb sollte die Auswahl nicht nur nach Produktname oder Gebindegröße erfolgen. Wichtig sind Konzentration, Einsatzzweck, Zulassung bzw. Eignung, Materialverträglichkeit, Dosiermenge, Lagerfähigkeit und die vorhandene Dosier- oder Regenerationstechnik.
Antiscalant für Membrananlagen
Antiscalant wird vor Umkehrosmose- oder Nanofiltrationsanlagen dosiert, um mineralische Ablagerungen auf Membranen zu vermeiden. Es stabilisiert Härtebildner und andere ausfällungsgefährdete Salze, entfernt diese Stoffe aber nicht aus dem Wasser.
Antiscalant ist deshalb keine Enthärtung. Es schützt vor allem vor Scaling, also mineralischen Ablagerungen. Gegen Fouling durch Eisen, Mangan, Trübstoffe, Biofilm oder organische Belastungen hilft Antiscalant nur begrenzt oder gar nicht. Für die richtige Auswahl sind Rohwasseranalyse, Ausbeute, Membrantyp, Konzentrationsfaktor und Betriebsweise der Umkehrosmoseanlage entscheidend.
Natriumhydroxid zur pH-Wert-Anhebung
Natriumhydroxid, auch Natronlauge oder NaOH, wird zur pH-Wert-Anhebung eingesetzt. Typische Anwendungen sind die pH-Korrektur vor Membrananlagen, die Neutralisation saurer Medien oder technische Dosieraufgaben in Wasseraufbereitungsprozessen.
Die Dosierung muss sorgfältig berechnet und über geeignete Dosiertechnik umgesetzt werden. Konzentration, Werkstoffverträglichkeit, Sicherheitsanforderungen und Ziel-pH-Wert müssen zur Anlage passen. Bei wechselnden pH-Werten oder Abwasseranwendungen kann eine geregelte Dosierung erforderlich sein.
Membranreiniger für Umkehrosmoseanlagen
Membranreiniger werden eingesetzt, wenn die Leistung einer Umkehrosmoseanlage durch Ablagerungen, Biofilm, organische Stoffe, Kolloide oder andere Beläge nachlässt. Je nach Art der Verschmutzung werden alkalische, saure, biofilmlösende oder Mehrkomponentenreiniger verwendet.
Ein Membranreiniger sollte nicht pauschal ausgewählt werden. Entscheidend ist, welche Verschmutzung vorliegt. Hinweise liefern Differenzdruck, Permeatleistung, Leitfähigkeit, Betriebsdaten, Rohwasserqualität und Anlagenhistorie. Eine falsche Reinigung kann wirkungslos sein oder die Membran zusätzlich belasten.
Kaliumpermanganat für Greensand-Anlagen
Kaliumpermanganat wird als Oxidationsmittel zur Regeneration von Greensand-Filteranlagen eingesetzt. Es stellt das Oxidationspotenzial des Filtermaterials wieder her, damit Eisen und Mangan weiterhin zuverlässig auf dem Filterbett oxidiert und abgeschieden werden können.
Bei Greensand-Anlagen erfolgt die Regeneration vollautomatisch kapazitätsgesteuert. Das Kaliumpermanganat muss zur vorhandenen Anlage, zum Lösebehälter und zur eingestellten Regeneration passen. Kaliumpermanganat kann über uns bezogen werden, allerdings nur als Gewerbekunde mit Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.
Desinfektionsmittel und Biozide
Desinfektionsmittel werden eingesetzt, um mikrobiologische Belastungen in Anlagen, Behältern, Oberflächen oder bestimmten wasserführenden Systemen zu reduzieren. Je nach Produkt können sie zur Reinigung, Desinfektion oder Anlagenpflege verwendet werden.
Die Anwendung muss zur Anlage und zum Werkstoff passen. Dosierung, Einwirkzeit, Spülung, Sicherheitsdatenblatt und Anwendungsbereich sind besonders wichtig. Bei Trinkwasseranwendungen sollte zusätzlich geprüft werden, ob das Produkt für die jeweilige Anwendung geeignet ist und wie Rückstände sicher entfernt oder kontrolliert werden.
Calciumchlorid und Wasserstabilisierung
Calciumchlorid-Lösung kann eingesetzt werden, um die Wasserhärte gezielt zu beeinflussen oder die Calcitlösekapazität abzusenken. Das ist besonders bei Wasser relevant, das zu aggressiv ist oder nach einer Aufbereitung wieder stabilisiert werden soll.
Die Dosierung hängt von Wasseranalyse, gewünschter Wasserqualität und Anlagenziel ab. Calciumchlorid sollte nicht pauschal dosiert werden, sondern nur nach Berechnung und Kontrolle der resultierenden Wasserwerte.
Konditionierung von Kühl- und Kesselwasser
Chemikalien zur Konditionierung von Kühl- und Kesselwasser werden eingesetzt, um Korrosion, Ablagerungen und Betriebsstörungen in wasserführenden Systemen zu reduzieren. Dazu gehören je nach Anwendung Korrosionsschutz, Härtestabilisierung, Dispergierung und pH-Wert-Korrektur.
Solche Produkte müssen zur Systemart passen. Offene Kühlkreisläufe, geschlossene Heizungs- und Kesselwassersysteme oder Trinkwasserinstallationen haben unterschiedliche Anforderungen. Maßgeblich sind Wasseranalyse, Werkstoffe, Temperatur, Systemvolumen, Nachspeisung und Betreiberanforderungen.
Dosiertechnik und Lagerung
Viele Chemikalien müssen mengenproportional oder abhängig von Messwerten dosiert werden. Dafür werden Dosierpumpen, Impulswasserzähler, Dosierbehälter, Sauglanzen, Impfstellen und Steuerungen eingesetzt. Eine präzise Dosierung ist wichtig, damit weder Unterdosierung noch Überdosierung entstehen.
Für die Lagerung sind Gebindegröße, Auffangmöglichkeit, Kennzeichnung, Temperaturbereich und Sicherheitsdatenblatt zu beachten. Chemikalien sollten nicht in ungeeignete Behälter umgefüllt und nicht ohne technische Prüfung mit anderen Produkten kombiniert werden.
Angaben für die Auswahl
Für die Auswahl einer passenden Chemikalie oder eines Dosiermittels sind folgende Angaben hilfreich:
- Anwendung und Ziel der Dosierung
- vorhandene Wasseranalyse
- gewünschter Zielwert, zum Beispiel pH-Wert, Stabilisierung oder Desinfektion
- vorhandene Anlage oder Verfahren
- Durchfluss und Tagesmenge
- Betriebszeiten und Dosierstelle
- vorhandene Dosiertechnik
- Gebindegröße und Lagerbedingungen
- Werkstoffe in Kontakt mit der Chemikalie
- Trinkwasser-, Prozesswasser-, Kühlwasser-, Kesselwasser- oder Abwasseranwendung
- vorhandene Sicherheits- und Betreiberanforderungen
Bei bestehenden Anlagen helfen außerdem Fotos von Dosierpumpe, Gebinde, Etikett, Typenschild, Impfventil und Einbausituation.
Häufige Fragen zu Chemikalien für Wasseraufbereitung
Welche Chemikalie brauche ich für meine Wasseraufbereitung?
Das hängt von Anwendung, Wasseranalyse und Anlage ab. Antiscalant wird für Membrananlagen eingesetzt, Natriumhydroxid zur pH-Wert-Anhebung, Membranreiniger zur Reinigung von Umkehrosmosemembranen, Kaliumpermanganat für Greensand-Anlagen, Desinfektionsmittel zur Anlagen- oder Wasserdesinfektion und Konditionierungsmittel für Kühl- oder Kesselwassersysteme.
Kann ich Chemikalien ohne Wasseranalyse auswählen?
Nur eingeschränkt. Für einfache Ersatzbestellungen kann die vorhandene Produktbezeichnung ausreichen. Für neue Anwendungen, pH-Korrektur, Membranschutz, Desinfektion oder Konditionierung ist eine Wasseranalyse bzw. technische Bewertung erforderlich. Ohne Analyse lässt sich die Dosierung nicht zuverlässig festlegen.
Was ist der Unterschied zwischen Antiscalant und Enthärtung?
Antiscalant stabilisiert Härtebildner und andere ausfällungsgefährdete Salze, entfernt sie aber nicht aus dem Wasser. Eine Enthärtungsanlage entfernt Calcium und Magnesium über Ionenaustausch. Antiscalant kann bei Membrananlagen eine kompakte Alternative sein, ersetzt eine Enthärtung aber nicht in jeder Anwendung.
Hilft Antiscalant gegen Eisen, Mangan oder Trübstoffe?
Nein, Antiscalant ist nicht zur Entfernung von Eisen, Mangan oder Trübstoffen vorgesehen. Solche Belastungen müssen vor einer Membrananlage mit geeigneten Verfahren behandelt werden. Sonst können Fouling, Ablagerungen oder Membranschäden entstehen.
Wann brauche ich Membranreiniger?
Membranreiniger werden benötigt, wenn Permeatleistung, Differenzdruck oder Permeatqualität einer Umkehrosmoseanlage nachlassen und eine Membranverschmutzung vermutet wird. Der passende Reiniger hängt davon ab, ob mineralische Ablagerungen, Biofilm, organische Stoffe, Kolloide oder andere Beläge vorliegen.
Wofür wird Natriumhydroxid verwendet?
Natriumhydroxid wird zur pH-Wert-Anhebung eingesetzt. Es kann vor Membrananlagen, in technischen Wasseraufbereitungsprozessen oder bei pH-Korrekturen dosiert werden. Die Konzentration und Dosiermenge müssen zur Anwendung passen.
Wofür wird Kaliumpermanganat eingesetzt?
Kaliumpermanganat wird zur Regeneration von Greensand-Filteranlagen verwendet. Es stellt das Oxidationspotenzial des Filtermaterials wieder her, damit Eisen und Mangan weiterhin oxidiert und abgeschieden werden können.
Kann Kaliumpermanganat an Privatkunden geliefert werden?
Kaliumpermanganat kann über uns bezogen werden, allerdings nur als Gewerbekunde mit Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Privatkunden können es nicht direkt über uns beziehen.
Was muss bei Desinfektionsmitteln beachtet werden?
Wichtig sind Anwendungsbereich, Dosierung, Einwirkzeit, Werkstoffverträglichkeit, Sicherheitsdatenblatt und vollständiges Spülen nach der Anwendung. Bei Trinkwasseranwendungen muss zusätzlich die Eignung für die konkrete Anwendung geprüft werden.
Warum ist Dosiertechnik wichtig?
Viele Chemikalien müssen exakt dosiert werden. Eine Unterdosierung kann wirkungslos sein, eine Überdosierung kann Wasserqualität, Anlagenbetrieb oder Werkstoffe beeinträchtigen. Geeignete Dosiertechnik sorgt für reproduzierbare und kontrollierte Dosierung.
Darf ich verschiedene Chemikalien mischen?
Nein, Chemikalien sollten nicht ohne technische und sicherheitstechnische Prüfung gemischt werden. Ungeeignete Kombinationen können gefährliche Reaktionen, Ausfällungen, Wärmeentwicklung oder Wirkungsverlust verursachen.
Welche Angaben werden für eine technische Rückfrage benötigt?
Hilfreich sind Anwendung, Wasseranalyse, gewünschter Zielwert, vorhandene Anlage, Durchfluss, Tagesmenge, vorhandene Dosiertechnik, bisher eingesetztes Produkt, Gebindegröße und Fotos von Typenschild oder Einbausituation.
WHGFachbetrieb



































