Filteranlagen Wasseraufbereitungsanlagen
Filteranlagen für die Wasseraufbereitung
Filteranlagen werden eingesetzt, um Wasser gezielt von Partikeln, Trübstoffen, Geruch, Farbe, Eisen, Mangan, Nitrat, organischen Belastungen oder anderen unerwünschten Inhaltsstoffen zu befreien. Welche Anlage passt, hängt nicht nur vom gewünschten Durchfluss ab, sondern vor allem von Rohwasserqualität, Zielwerten und Betriebsweise.
In dieser Kategorie finden Sie Filteranlagen und passende Technik für unterschiedliche Anwendungen: von Aktivkohlefiltern über Kiesfilter und Greensand-Filteranlagen bis zu Entsäuerungsanlagen. Wenn die Wasserwerte nicht eindeutig sind, sollte die Auslegung vor der Bestellung technisch geprüft werden.
Filteranlagen richtig auswählen
Nicht jede Filteranlage löst jedes Wasserproblem
Eine Filteranlage muss zum jeweiligen Wasserproblem passen. Ein Kiesfilter hält vor allem Trübstoffe und Partikel zurück. Wenn Eisen und Mangan vorher ausreichend oxidiert werden und die Betriebsbedingungen passen, kann über geeignete Filterstufen auch eine Enteisenung und Entmanganung erfolgen. Wirtschaftlich sinnvoll ist eine solche Verfahrensführung jedoch meist nur im gewerblichen oder industriellen Bereich, da Oxidation, Kontaktzeit, Rückspülung und Anlagenbetrieb entsprechend ausgelegt werden müssen.
Eine Oxidation mit Sauerstoff bzw. Luftdosierung bieten wir aufgrund unserer Praxiserfahrung nicht im privaten Bereich, sondern nur in industriellen Anwendungen als Standardlösung an. Solche Systeme verursachen häufig einen hohen Wartungsaufwand. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Verkeimung, da Luft in das Wasser eingebracht wird. Ein weiterer Nachteil ist, dass Eisen und Mangan bereits ab der Luftdosierung ausfallen können. Die Ausfällungen entstehen dann nicht erst im Filterbett, sondern können sich bereits in Rohrleitungen, Armaturen und Zentralsteuerventilen ablagern.
Bei GFK-Drucktanks mit Zentralsteuerventil kommt hinzu, dass eine saubere Entlüftung technisch nicht sinnvoll über das Zentralsteuerventil ausgeführt werden kann. Die Anlagen werden von oben nach unten durchströmt; eine definierte Entlüftung des Tanks lässt sich dabei nicht wie bei industriellen Behälterlösungen realisieren. Außerdem ist die Vermischung von Luft und Wasser in einfachen Anlagen oft unzureichend. In industriellen Anwendungen werden dafür in der Regel statische Mischer oder andere geeignete Misch- und Kontaktstrecken eingesetzt.
Greensand-Anlagen arbeiten anders: Die Oxidation und Abscheidung von Eisen und Mangan findet gezielt auf dem Filtermaterial statt. Dadurch entstehen die Ausfällungen nicht bereits vor dem Filter in Ventilen und Rohrleitungen, was den Betrieb deutlich kontrollierbarer macht.
Ein Aktivkohlefilter kann organische Belastungen, Geruch, Geschmack oder bestimmte Spurenstoffe reduzieren, ist aber keine Lösung für Härte, Nitrat oder nicht passend vorbehandeltes Eisen und Mangan. Für Eisen und Mangan kommen je nach Wasserwerten BIRM-Filter, Greensand-Anlagen oder kombinierte Verfahren in Frage.
Bei Brunnenwasser ist die Auswahl besonders sorgfältig zu treffen. Eisen, Mangan, Trübung, pH-Wert, Ammonium, Nitrat, organische Stoffe und mikrobiologische Belastungen können sich gegenseitig beeinflussen. Für solche Anwendungen ist die Kategorie Brunnenwasser filtern oft der bessere Einstieg.
Typische Einsatzbereiche von Filteranlagen
Filteranlagen werden in der Wasseraufbereitung für sehr unterschiedliche Aufgaben eingesetzt. Dazu gehören die Vorfiltration vor Umkehrosmoseanlagen, die Entfernung von Trübstoffen, die Brunnenwasseraufbereitung, die Geruchs- und Geschmacksverbesserung, die pH-Wert-Anhebung, die Reduzierung von Nitrat oder die Adsorption bestimmter organischer Stoffe.
Für eine gezielte Auswahl ist entscheidend, ob es sich um Trinkwasser, Brauchwasser, Prozesswasser, Kesselspeisewasser, Kühlwasser oder eine technische Vorbehandlung handelt. Eine Anlage, die im Prozesswasser sinnvoll ist, muss nicht automatisch für Trinkwasser oder Brunnenwasser geeignet sein.
Auswahl nach Verfahren und Wasserproblem
Wenn hauptsächlich Trübstoffe, Sand oder Partikel entfernt werden sollen, sind Kiesfilteranlagen oder Schnellfilter sinnvoll. Bei hohen Durchflüssen und Partikelfracht kann eine Schnellfiltrationsanlage die passende Lösung sein.
Für Geruch, Farbe, Chlor, organische Stoffe oder bestimmte adsorbierbare Verbindungen werden Aktivkohlefilter eingesetzt. Bei PFAS-Belastung sollte gezielt eine dafür ausgelegte Lösung wie ein PFAS-Wasserfilter geprüft werden.
Bei zu niedrigem pH-Wert kann eine Entsäuerung erforderlich sein. Eine Entsäuerungsanlage hebt den pH-Wert an und kann nachgeschaltete Technik schützen. Bei Nitratbelastung wird dagegen eine spezielle Nitratentfernungsanlage benötigt.
Einzelanlage oder Doppelanlage
Viele Filteranlagen sind als Einzelanlage oder Doppelanlage erhältlich. Eine Einzelanlage ist häufig ausreichend, wenn während der Rückspülung oder Regeneration keine durchgehende Versorgung mit aufbereitetem Wasser erforderlich ist. Eine Doppelanlage oder Pendelanlage ist sinnvoll, wenn kontinuierlich aufbereitetes Wasser benötigt wird oder wenn hohe Tagesmengen mit planbarer Betriebssicherheit gefahren werden sollen.
Bei rückspülenden Filteranlagen ist außerdem zu beachten, dass die Rückspülleistung höher sein kann als der normale Betriebsdurchfluss. Die Brunnenpumpe, Druckerhöhungsanlage oder vorhandene Wasserversorgung muss diese Rückspülmenge zuverlässig bereitstellen können.
Wichtige Angaben für die Auslegung
Für eine belastbare Auslegung werden je nach Anwendung folgende Angaben benötigt:
Rohwasseranalyse: Grundlage zur Auswahl des richtigen Filterverfahrens
Gewünschte Wasserqualität: Zielwerte bestimmen Verfahren und Anlagengröße
Maximaler Durchfluss: relevant für Tankgröße, Ventilgröße und Druckverlust
Tagesmenge: wichtig für Kapazität, Regeneration und Betriebskosten
Pumpenleistung: entscheidend für die erforderliche Rückspülmenge
Betriebsweise: Dauerbetrieb, Spitzenlasten oder zeitweise Nutzung verändern die Auslegung
Abwasseranschluss: notwendig bei rückspülenden oder regenerierenden Anlagen
Platzverhältnisse: beeinflussen Baugröße, Anschlussführung und Wartungszugang
Grenzen von Filteranlagen
Filteranlagen sollten nicht pauschal nach Anschlussgröße oder Preis ausgewählt werden. Entscheidend ist, ob das Filtermaterial zum Wasserproblem passt und ob die hydraulischen Bedingungen stimmen. Gelöste Stoffe lassen sich nicht immer durch einfache Filtration entfernen. Manche Verfahren benötigen bestimmte pH-Werte, ausreichende Oxidation, passende Kontaktzeiten oder eine vorgeschaltete Vorbehandlung.
Auch Verbrauchsmaterialien und Wartung müssen berücksichtigt werden. Dazu gehören Filtermaterial, Regeneriermittel, Rückspülwasser, Ersatzteile und regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität. Passende Filtermedien zur Wasseraufbereitung sollten nur passend zum Anlagentyp und zur Aufgabenstellung eingesetzt werden.
Wann zusätzlich UV-Technik sinnvoll ist
Filteranlagen entfernen je nach Verfahren Partikel, gelöste Stoffe oder adsorbierbare Verbindungen. Sie ersetzen jedoch keine Desinfektion. Wenn Keime nachgewiesen wurden oder eine mikrobiologische Absicherung gefordert ist, kann eine passende UV-Anlage nach der Filtration eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass das Wasser ausreichend klar ist und die UV-Anlage zum Durchfluss passt.
Häufige Fragen zu Filteranlagen
Welche Filteranlage brauche ich für Brunnenwasser?
Das hängt von der Wasseranalyse ab. Besonders wichtig sind Eisen, Mangan, pH-Wert, Trübung, Ammonium, Nitrat, Härte, organische Belastung und Keime. Ohne diese Werte ist keine sichere Verfahrensauswahl möglich.
Entfernt ein Kiesfilter Eisen und Mangan?
Ein Kiesfilter entfernt zunächst vor allem Partikel und Trübstoffe. Wird Eisen und Mangan vorher ausreichend oxidiert und sind Kontaktzeit, pH-Wert, Filtergeschwindigkeit und Rückspülung passend ausgelegt, kann auch eine Enteisenung und Entmanganung über geeignete Filtertechnik erfolgen. Wirtschaftlich sinnvoll ist das in der Regel eher bei gewerblichen oder industriellen Anwendungen.
Eine einfache Luft- oder Sauerstoffdosierung bieten wir im privaten Bereich nicht als Standardlösung an, weil sie in der Praxis häufig zu Verkeimungsrisiken, Ausfällungen vor dem Filter, Ablagerungen in Ventilen und erhöhtem Wartungsaufwand führt. Für viele Anwendungen ist deshalb eine gezieltere Verfahrensführung, zum Beispiel mit Greensand, betriebssicherer.
Wann ist ein Aktivkohlefilter sinnvoll?
Ein Aktivkohlefilter ist sinnvoll bei Geruch, Geschmack, Farbe, Chlor, organischen Stoffen oder bestimmten Spurenstoffen. Für Härte, Nitrat, gelöstes Eisen oder Mangan ist Aktivkohle nicht das passende Hauptverfahren.
Was ist der Unterschied zwischen BIRM und Greensand?
BIRM ist ein Filtermaterial zur Enteisenung und Entmanganung, benötigt aber geeignete Wasserbedingungen und ausreichend Sauerstoff. Greensand arbeitet mit einem Oxidationsmittel. Die Oxidation und Abscheidung findet gezielt auf dem Filtermaterial statt. Die Auswahl hängt von Wasserwerten, pH-Wert, Belastung, Durchfluss und Betriebsweise ab.
Warum bieten Sie keine Luftoxidation als Standardlösung für Privatkunden an?
Bei einer Luft- oder Sauerstoffdosierung können Eisen und Mangan bereits direkt nach der Luftzugabe ausfallen. Dadurch entstehen Ablagerungen in Leitungen, Armaturen und Zentralsteuerventilen, bevor das Wasser überhaupt das Filtermaterial erreicht. Zusätzlich bestehen Risiken durch eingebrachte Luft, unzureichende Vermischung, fehlende Entlüftungsmöglichkeiten bei GFK-Tanks mit Zentralsteuerventil und einen erhöhten Wartungsaufwand. Deshalb setzen wir solche Lösungen nur dort ein, wo sie technisch sinnvoll geplant und industriell betrieben werden können.
Benötigt jede Filteranlage einen Abwasseranschluss?
Rückspülende und regenerierende Anlagen benötigen in der Regel einen Abwasseranschluss. Das Rückspülwasser muss abgeführt werden. Einfache Kartuschenfilter oder manche Adsorptionsfilter können je nach Bauart anders betrieben werden.
Warum ist die Pumpenleistung bei Filteranlagen wichtig?
Die Pumpenleistung muss nicht nur den normalen Durchfluss liefern, sondern bei rückspülenden Anlagen auch die erforderliche Rückspülmenge. Diese liegt oft über dem Nenndurchfluss der Anlage.
Kann eine Filteranlage Trinkwasserqualität garantieren?
Nein, pauschal nicht. Trinkwasserqualität hängt von Rohwasser, Verfahren, Auslegung, Betrieb, Wartung und regelmäßiger Kontrolle ab. Die Anlage muss zum konkreten Wasserproblem passen.
Wann ist eine Doppelanlage sinnvoll?
Eine Doppelanlage ist sinnvoll, wenn während Rückspülung oder Regeneration weiterhin aufbereitetes Wasser benötigt wird oder wenn hohe Tagesmengen zuverlässig abgedeckt werden sollen
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